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Krähen in Xanten: "Schöpfung bewahren, auch wenn sie uns Menschen stört"

Krähen in Xanten : „Schöpfung bewahren, auch wenn sie uns Menschen stört"

In der Debatte um die Krähen in Xanten erinnert die Stadtverordnete Andrea Langenberg (Grüne) an den Schutzstatus der Vögel und macht sich dafür stark, die Tiere nicht zu gefährden. „Unser Umgang mit sogenannten Problemtieren zeigt, wie weit wir uns bereits von der Natur entfernt haben.“

Anlass des Schreibens von Andrea Langenberg an die Redaktion ist, dass die Stadt Xanten einen neuen Versuch unternehmen will, zumindest einige Krähen aus der Innenstadt zu vertreiben. Sie nisten an vielen Stellen in der Stadt. Anwohner beschweren sich regelmäßig über Lärm und Vogelkot. Im Auftrag der Stadt soll deshalb ein Gutachter Vorschläge machen, wie sich die Vögel von besonders stark betroffenen Stellen vertreiben lassen.

Die Saatkrähe sei nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, gehöre zu den Singvögeln, sei sozial und ähnele von den kognitiven Fähigkeiten her den Primaten sowie den Walen, schreibt Langenberg weiter. Die Vögel lebten in lebenslangen Partnerschaften und kümmerten sich intensiv um ihren Nachwuchs. Auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Insektenarten stünden auch der Maulwurf, der Feldhase, die Wildkatze, die Hornisse, die rote Waldameise und viele mehr. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen würden täglich 130 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Rabenvögel, zu denen die Saatkrähen gehörten, gebe es bereits seit zwölf Millionen Jahren. Langenbergs Appell lautet daher: „Es gilt, die Schöpfung zu bewahren und zu unterstützen, auch wenn sie uns Menschen bisweilen in unserer Bequemlichkeit stört, Arbeit verursacht und uns zwingt, auch mal einen Gang zurückzuschalten.“

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Die Stadt versuche seit Jahren, die Krähen aus der Innenstadt zu vertreiben, schreibt sie weiter. „Mit mäßigem Erfolg.“ Es gebe mehrere Gründe dafür, dass die Saatkrähen ihre Brutplätze in die Innenstädte verlegt hätten. Dazu zählt Langenberg den vermehrtem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, den Verlust von artenreichen Wiesen und Weiden, die Fällung der hohen Nistbäume in der freien Landschaft sowie Stör- und Vertreibungsaktionen jedweder Art. Sie erinnert daran: „Einst waren die Saatkrähen willkommen, weil sie sich von landwirtschaftlichen Schädlingen, etwa Schnecken, Würmern und Käferlarven ernährten und so eine wichtige ökologische Funktion erfüllten.“

(wer)