Wesel: SPD will, dass Radautobahn von Duisburg nach Wesel zügig kommt

Pendler sollen vom Auto aufs Zweirad umsteigen : SPD will Radautobahn von Wesel nach Duisburg

Vertreter der Kreis-SPD, aus Wesel, Dinslaken, Voerde und Hünxe wollen dafür sorgen, dass der vom RVR vorgelegte Entwurf des regionalen Radwegenetzes möglichst schnell realisiert wird.

In Zeiten der „Fridays for Future“-Bewegung gewinnt das Thema Radverkehr an Bedeutung. Nachdem jahrzehntelang vornehmlich in den Ausbau von Straßen und Autobahnen investiert wurde – und gewiss auch weiterhin investiert werden wird –, fordern Politiker mittlerweile, dass neue und bessere Radwege gebaut und miteinander vernetzt werden. So sollen in erster Linie Berufspendler dazu bewegt werden, mit dem (Elektro-)Rad zur Arbeit zu fahren und das Auto stehen zu lassen.

Genau dieses Ziel verfolgt die SPD in den rechtsrheinischen Kommunen Wesel, Hünxe, Voerde und Dinslaken. Bei einem „kleinen Radwegegipfel“ haben sich die Genossen Ludger Hovest (Wesel), Waltraud Schilling (Hünxe), Uwe Goermann, (Voerde), Ronny Schneider (Dinslaken) und Gerd Drüten (Kreis Wesel) passend zum Thema den kürzlich vom Regionalverband Ruhr (RVR) vorgelegten Entwurf des „Regionalen Radwegenetzes mit Qualitätsstandards“ einmal genauer angeschaut. Und sie haben überlegt, was zu tun ist, damit beispielsweise die im Plan enthaltene Radschnellverbindung – bekannt auch als Rad­autobahn – von Duisburg nach Wesel so schnell wie möglich realisiert werden kann. Die Anbindung von Hünxe an die Nachbarstädte soll, so sieht es die Planung vor, über sogenannte Radhauptverbindungen erfolgen. Das sind Radwege, die teilweise schon existieren, aber noch ausgebaut werden müssen.

„Im östlichen Ruhrgebiet, wo die 101 Kilometer lange Radschnellwegverbindung – RS 1 – von Mülheim nach Hamm zum Teil schon fertig ist, ist man deutlich weiter“, sagt Kreistags-Fraktionschef Gerd Drüten. „Wir müssen vor Ort Gas geben, gemeinsam die nötigen Trassen suchen und dafür sorgen, dass wir Fördergelder bekommen“, fordert Wesels Fraktionschef Ludger Hovest. Doch wie soll das gehen?

Die Teilnehmer des „kleinen Fahrradgipfels“ haben sich auf folgende Vorgehensweise geeinigt: Zunächst werden die Genossen alle vier Kommunen anschreiben und die Verwaltungen auffordern, die notwendigen regionalen Planungsprozesse rasch abzuarbeiten, um möglichst schnell in die Realisierungsphase zu gelangen. In den Fachausschüssen und in den Räten wird das Thema anschließend auf den Tagesordnungen landen. Mit am Tisch soll auf jeden Fall auch der Kreis Wesel sitzen, der, wie es heißt, „die entscheidende Bündelungsfunktion übernehmen könnte“. Finanzierungsfragen, da ist sich das Quintett einig, dürften keine Hinderungsgründe sein, wolle doch der Bundesverkehrsminister für Bau und Unterhalt der Radschnellwege – einschließlich Winterdienst – geradestehen.

„Es macht nur Sinn, wenn alle Kommunen und der Kreis zusammenarbeiten, gemeinsam einen Masterplan erstellen und das Fördergeld abgreifen“, so Hovest. Detailfragen müssten die Fachplaner klären. Er hofft inständig, dass das „Radwegenetz der Zukunft“ in zehn Jahren fertig sein wird. Dazu aber, erklärt Gerd Drüten, müsse der Druck erhöht werden. Aktuell sei es so, dass von den 1500 Kilometern des Regionalen Radwegenetzes lediglich 50 pro Jahr realisiert würden. „Der Bundesverkehrsminister“, so die Forderung des Kreistagsfaktions-Vorsitzenden, „darf künftig nicht nur Autos und Bayern fördern. Das Fahrrad muss mehr als bislang im Fokus stehen.“