Schermbeck: Konrektorin der Gemeinschaftsgrundschule verabschiedet

Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck : Konrektorin Lohuis nimmt Abschied

Bei der Entlassungsfeier für die Viertklässler des Hauptstandortes der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) wurde auch die Konrektorin Gunhild Lohuis verabschiedet. Eltern, Lehrer und Schüler dankten der beliebten Pädagogin.

Während des Gottesdienstes in der Georgskirche wünschten Pfarrer Christian Hilbricht und die Pastoralreferentin Birgit Gerhards der scheidenden Pädagogin alles Gute für die Zukunft. „Du warst eine Superbegleitung für uns und hast uns immer gut beraten“, bescheinigte Schulleiterin Jessica Steigerwald ihrer Stellvertreterin während der Abschlussfeier in der Turnhalle. Die Eltern, Lehrer und Kinder dankten mit sehr viel Applaus der Lehrerin, die in den vergangenen zwölf Jahren dazu beigetragen hat, dass der schulische Betrieb an der Weseler Straße auch weiterlief, als die Besetzung der Führungspositionen schwierig wurde.

Die gebürtige Hammerin entschied sich früh für den Lehrerberuf. „In unserer Familie gab es etliche Lehrer, das hat mich sicherlich geprägt und schließlich veranlasst, Lehrerin zu werden“, erinnerte Gunhild Lohuis an ihre Entscheidung, nach einem Praktikum in der Schule und nach dem Abitur in den Jahren 1976 bis 1982 an der Pädagogischen Hochschule in Münster ein Studium für das Lehramt an Grundschulen zu absolvieren. Schwerpunktfächer waren Deutsch und Sachkundeunterricht. Später kam noch eine Ausbildung im Fach Mathematik hinzu.

Ihre zweijährige Ausbildung als Lehramtsanwärterin absolvierte Gunhild Lohuis am Bocholter Seminar und an einer Grundschule in Groß-Burlo. In einer Zeit, als wenig Lehrer eingestellt wurden, hat sie nach bestandener Prüfung monatelang Vertretungsunterricht erteilt und Silentien betreut. Auch der Dienstbeginn an der Wagenfeld-Grundschule in Bottrop war zunächst nur eine befristete Dienststelle. Die Verbeamtung erfolgte erst im Jahre 1988.

1992 wurde Gunhild Lohuis Konrektorin an der Hermannschule in Gladbeck-Zweckel, deren Leitung sie im Jahre 1996 übernahm. Zehn Jahre später veranlassten stark belastende familiäre Verhältnisse ein Kürzertreten im Beruf. Gunhild Lohuis bat den zuständigen Dezernenten um eine Zurückstufung zur Lehrerin ohne Leitungsfunktionen. Ein solcher Wechsel war für sie nicht schwierig, weil sie auch als Konrektorin und als Rektorin immer eine Klassenleitung innehatte.

Gunhild Lohuis wechselte den Regierungsbezirk und wurde nach einer vorangegangenen Vorstellung im Frühjahr 2007 bei der Schermbecker GGS-Schulleiterin Resi Münnich-Zuckermann zu Beginn des Schuljahres 2007/08 Lehrerin an der GGS.

Dass sie jemals wieder eine Leitungsfunktion übernehmen würde, konnte Gunhild Lohuis damals nicht ahnen. Als im Jahre 2010 der GGS-Konrektor Christof Schraven die Schule verließ und die Stelle trotz großer Bemühungen nicht besetzt werden konnte, hätte nur ein hartnäckiges „Nein“ den Verlauf der schulischen Tätigkeit in den nächsten neun Jahren verhindern können. Gunhild Lohuis ließ sich nach einem Jahr breitschlagen und wurde im Dezember 2011 Konrektorin an der GGS. Drei Jahre später wiederholte sich ein ähnliches „Spiel“, als die GGS-Schulleiterin Resi Münnich-Zuckermann wegen einer Erkrankung aus dem Dienst schied. Die Leitungsstelle der GGS war frei. Die Besetzung der Rektorenstelle gelang nicht; schon wieder konnte Gunhild Lohuis nicht konsequent „nein“ sagen und wurde – ohne dafür die adäquate finanzielle Entlohnung zu erhalten – kommissarische Leiterin der GGS. In diese Zeit fiel zusätzlich viel Arbeit an, weil die Schule ihr 100-jähriges Bestehen gebührend feierte.

Im Februar 2016 konnte Gunhild Lohuis die Leitung der Schule an Jessica Steigerwald abgeben. So blieb ihr wenigstens die Leitung der Diskussionen um die künftige Gestaltung der Grundschullandschaft in Schermbeck ebenso erspart wie der Start der Verbundschule nach den diesjährigen Sommerferien.

Für die beliebte Pädagogin beginnt nun mit 62 Jahren ein Sabbatjahr, an das sich im kommenden Jahr ein vorzeitiger Eintritt in den Ruhestand anschließen soll, falls nicht wieder eine Berufung stärker ist als die Fähigkeit, „nein“ zu sagen. Doch bis dahin bleibt erst einmal Zeit fürs Lesen, Reisen und für den Dienst an der Familie.