Zur Kritik der Rheinberger Grünen Das Radwegenetz mit Augenmaß verbessern

Meinung | Rheinberg · Die Rheinberger Grünen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie haben sich neuralgische Punkte im Fahrradwegenetz der Innenstadt angeschaut, haben sie dokumentiert und die Ergebnisse denen gegenübergestellt, die sie vor fünf Jahren gesammelt haben. Die Auswertung ist ernüchternd.

 Die Rheinberger Grünen haben sich mit der Radwegesituation in der Stadt auseinandergesetzt.

Die Rheinberger Grünen haben sich mit der Radwegesituation in der Stadt auseinandergesetzt.

Foto: Armin Fischer (arfi)

An den allerwenigsten Stellen hat sich die Situation verändert, zahlreiche Stolperstellen gibt es noch genau so wie bei der Inspektion 2017. Klar, dass die Grünen der Verwaltung nun unangenehme Fragen stellen: Wieso ist nichts passiert? Wann passiert etwas? Wie soll man den Menschen in der Stadt klar machen, wozu Rheinberg die Auszeichnung als „fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt“ bekommen hat?

Es ist die Aufgabe der Politik, die Finger in die Wunden zu legen, Missstände aufzudecken und Kontrolle auszuüben. Aber natürlich hat die Verwaltung ihre Gründe. Besonders im technischen Sektor fehlen Mitarbeiter, Stellen sind unbesetzt. Somit wird die Liste der abzuarbeitenden Dinge länger und der Frust größer.

Es sollte realistisch abgewogen werden. Wo muss schnell gehandelt werden und bis wann und wie kann das geschehen? Eine Prioritätenliste würde Druck aus dem Kessel nehmen. Und hoffentlich die Chancen darauf steigern, dass die Bilanz in fünf Jahren erfreulicher ausfällt. Dass die Grünen sich auch dann wieder auf die Fahrräder schwingen und die Radwege checken, davon ist auszugehen.

Dietmar Heyde, der grüne Bürgermeister, spürt den heißen Atem, seiner Parteifreunde im Nacken durchaus und hat auch Verständnis dafür, wenn Dampf gemacht wird. Ihm gehe es nicht darum, ein paar Schilder aufzuhängen und die Lorbeeren für die Aufnahme in den Kreis der fußgänger- und fahrradfreundlichen Kommunen zu ernten. Dieses Prädikat müsse auch Verpflichtung sein, die Stadt weiterzuentwickeln. Er setzt große Hoffnungen in die „Initiative Lebenswerte Stadt“ mit Sitz in Leipzig, der sich Rheinberg anschließen will. Davon verspreche sich die Kommune mehr Handlungsspielraum und größere Chancen auf Fördermittel. Damit sich bald mehr tut in der Stadt.

Ihre Meinung? Schreiben Sie mir! uwe.plien@rheinische-post.de

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