Wermelskirchen: Einbrecher scheitern immer häufiger an Schutzvorkehrungen

Kripo informiert : Einbrecher scheitern immer häufiger an Schutzvorkehrungen

Das Fachkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz zeigte am Mittwoch im Rathaus, wie Bürger ihre Türen und Fenster sichern.

Ob Enkeltrick am Telefon, ein falscher Handwerker mit Gehilfe an der Tür oder aufgehebelte Fenster: Kriminelle lassen sich heute einiges einfallen, um ihren Opfern Habseligkeiten zu entlocken oder zu stehlen. Das Fachkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz Rhein-Berg informierte am Mittwoch im Rathaus über Sicherheitsvorkehrungen. Schwerpunktthema war dabei der Wohnungseinbruchschutz.

In den ersten zwei Monaten dieses Jahres gab es neun Einbrüche in Wermelskirchen, davon waren fünf Versuche. „Über die Hälfte der Einbrüche sind somit gescheitert, damit sind wir erst einmal zufrieden“, berichtete Claudia Kammann, Kriminalhauptkommissarin vom Kommissariat Kirminalprävention und Opferschutz der Polizei Rhein-Berg. Im gleichen Zeitraum 2018 waren es noch 15 Einbrüche, davon acht Versuche. So könne man annehmen, dass sich die Bürger gegen Einbrüche rüsten. Ob die Prävention aber wirke, werde statistisch nicht erfasst. „Wir erhalten keine Rückmeldung darüber, wer die Sicherheitsvorkehrungen tatsächlich einbaut“, sagte Kammann.

Wie Bürger ihre Fenster, Terassen- und Wohnungstüren sichern können, konnten die Besucher direkt am Info-Stand sehen. Ein Fenster unter anderem mit abschließbaren Griffen und Stangenelementen war dort aufgebaut. Auch eine Miniaturausgabe einer Tür mit Sperrbügel und Mehrfachverriegelung war zu sehen. Bürger berichteten von ihren eigenen Erlebnissen. So wie Claus Füllhase, der schon mehrere Erfahrungen mit Einbrechern gemacht hat. „Die sind aber alle gescheitert“, sagt er. Denn er habe sich zum Beispiel eine sichere Balkontüre und Fenster mit abschließbaren Griffen einbauen lassen. Er wollte sich an dem Info-Stand im Rathaus erkundigen, ob es in der Zwischenzeit noch neuere Sicherheitsvorkehrungen gibt.

Alle Fragen beantwortete Kriminalhauptkommissar Rüdiger Heil ebenfalls vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Rhein-Berg. „Wir unterscheiden zunächst einmal zwischen Mehr- und Einfamilienhäusern“, sagte Heil. Denn bei Mehrfamilienhäusern erfolge gut die Hälfte der Einbrüche durch die Wohnungstür. Bei Einfamilienhäusern versuchen Einbrecher in knapp 80 Prozent der Fälle im Rheinisch-Bergischen Kreis über die Terrassentür oder das Fenster in das Haus zu kommen.

Dafür reicht oft ein großer Schraubenzieher, um das Fenster aufzuhebeln. Sogenannte Pilzköpfe können da helfen. „Auch abschließbare Griffe sind wichtig“, sagte Heil. Denn wenn der Einbrecher, wenn auch nur ungern, sich doch dafür entscheide, die Scheibe kaputt zu schlagen, scheitere er dann zumindest an dem Griff. Wichtig sei aber auch: alles muss von einem Fachmann eingebaut werden.

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