Vandalismus – Stadt Wermelskirchen sperrt drei Schulhöfe

Platzverweise scheinen in Wermelskirchen nicht mehr zu wirken : Vandalismus – Stadt sperrt vier Schulhöfe

Unbekannte beschädigen an der Schwanenschule Spielgeräte und bedrohen den Hausmeister.

Die Stadtverwaltung zieht anscheinend die Notbremse. Nach neuerlichen Vandalismus-Vorfällen an Grundschulen sollen vier Schulhöfe kurzfristig gesperrt werden. Zum Nachteil von Kindern, die gern nachmittags, teilweise auch mit ihren Eltern, die Spielgeräte nutzten.

Vandalismus ist sicher keine neue Erscheinung in dieser Stadt. Vereinzelt passierte immer mal wieder etwas. Aber die Schäden wie auch die Polizeieinsätze häufen sich. Platzverweise scheinen ins Leere zu laufen. So an der Dhünntalschule, wo die Heranwachsenden von Höferhof dann in den Dorfpark zogen und dort erneut für Ärger sorgten. Mit der Folge eines erneuten Platzverweises.

Zuletzt war es die Schwanenschule, wo Vandalen hausten. Eine Tischtennis-Platte wurde aus der Verankerung gehoben; Flaschen zertrümmert und Schrauben an Spielgeräten gelöst. Höhepunkt war dann die Bedrohung des Hausmeisters, wie der Bürgermeister auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte. Details dazu will die Stadtverwaltung nicht nennen. Die Polizei war vor Ort, aber die Täter hatten sich aus dem Staub gemacht. Strafanzeige stellte die Stadtverwaltung nicht. „Gegen Unbekannt, das verläuft doch im Sand“, sagt der Bürgermeister.

„Das ist eine unerfreuliche Entwicklung“, sagt Rainer Bleek. Denn mit den Zerstörungen endete der Auftritt der vermutlich Heranwachsenden nicht. Die Gruppe zog weiter auf den Schwanenplatz und schmierten dort Hakenkreuze; zuvor urinierte noch jemand aus dieser Gruppe in den Schuleingang.

All dies ereignete sich laut Bleek an einem Wochenende vor 14 Tagen. Erst jetzt äußerte sich der Bürgermeister dazu auf Nachfrage dieser Zeitung. Bleek glaubt nicht, dass es die gleiche Gruppe gewesen sei wie in Dabringhausen. „Wir müssen aber diesen Vandalismus in den Griff bekommen.“ Deshalb plant er noch diese Woche einen runden Tisch mit Polizei und Ordnungsamt.

Von Zerstörungen ist auch die Katholische Grundschule St. Michael nicht verschont geblieben. Deshalb hat Bleek entschieden, kurzfristig die Schulhöfe dieser drei Grundschulen wie auch den Schulhof der Hauptschule/Sekundarschule am späten Nachmittag zu sperren. Bisher waren sie für Kinder bis 14 Jahren von 16.30 bis 18 Uhr geöffnet. Jetzt darf ab 17 Uhr niemand mehr diese Schulhöfe betreten. Bleek weiß, dass er damit besonders Unschuldige bestraft, die gern am Nachmittag die tollen Spielgeräte nutzten. Aber der Bürgermeister sieht im Moment keine andere Möglichkeit.

Ziel dieser Sperrung ist auch, dass Jugendliche und Heranwachsende nicht mehr den unteren Teil der Schwanenschule benutzen dürfen. Denn der angrenzende Bolzplatz ist auch ein Treffpunkt, wo Bier getrunken wird.

Die Sperrung der Schulhöfe gilt übrigens schon 14 Tage – nicht an jedem Zugang hängt ein Schild. Diese sind dann verschlossen.