Barrieren auf dem Weg zum Ordnungsamt in Wermelskirchen

Neues Domizil des Ordnungsamtes : Barrieren auf dem Weg zum Amt

Seit dieser Woche arbeiten die Mitarbeiter des Ordnungsamts über dem Euro-Grill an der Telegrafenstraße. Damit sind die Ordnungshüter zwar näher an der Kirmes, aber weiter weg vom Rathaus.

Kaum öffnete Arne Feldmann am Dienstagmorgen sein Ordnungsamt über dem Euro-Grill, erinnerten ihn die ersten Kunden an die Herausforderungen des neuen Standorts. Die einen hatten lange gebraucht, um den Eingang überhaupt zu finden. Der liegt etwas versteckt an der rechten Seite des Gebäudes und weil zur Eröffnung noch die Schilder fehlten, tat sich manch ein Bürger schwer. Am Vormittag stand dann plötzlich eine Dame im Rollstuhl vor der Tür, um Hundeangelegenheiten zu klären. Aber weil das neue Ordnungsamt in der zweiten Etage liegt und das Gebäude keinen Aufzug hat, musste sie weggeschickt werden. „Wir verweisen in diesen Fällen auf die Möglichkeit eines Termins im Rathaus“, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. Bisher allerdings sei dort noch kein entsprechender Arbeitsplatz mit der nötigen Software eingerichtet. „Die fehlende Barrierefreiheit ist wirklich ein Problem“, räumt Feldmann ein und deutet auf die steile Treppe, die vom Eingang in den zweiten Stock führt.

Aber auch Feldmann weiß, dass es im Rathaus eng geworden war. In anderen Ämtern wie dem Sozialamt habe es Personalzuwachs gegeben. Also wurde im Dezernat über Umzugspläne beraten und schließlich nach neuen Räumen für das Ordnungsamt gesucht. „Für den Bürger bedeutet das nun auch, dass nicht mehr alles unter einem Dach ist“, weiß Feldmann. Die Wege seien länger geworden.

Sei eine Familie mit Hund etwa umgezogen und habe dazu noch ein Gewerbe, sei künftig eben erst der Besuch im Einwohnermeldeamt und dann im Ordnungsamt nötig – dazwischen liegen 150 Meter. Denn das Aufgabenspektrum des Ordnungsamts ist das gleiche geblieben: Angelegenheiten rund um Gewerbe, Wohngeld, Wohnberechtigungsscheine und das Landeshundegesetz sind weiterhin bei den Mitarbeitern im Ordnungsamt zu klären. Die Software dafür läuft bereits tadellos. Noch fehlt der ein oder andere Kabeltunnel, hier und da sollen noch Magnetwände angebracht werden. Aber der Umzug sei gut über die Bühne gebracht worden: Eine Woche lang hatte der Baubetriebshof Möbel, Rechner und Umzugskartons geschleppt, währenddessen war ein telefonischer Notdienst eingerichtet worden, der über das Bürgerbüro lief. „Es gab aber nur einen Notfall in dieser Zeit“, sagt Feldmann.

Sein Team müsse sich nun einleben in den neuen Räumen – die auch Vorteile mit sich bringen. „Für die Mitarbeiter im Außendienst gibt es nun Umkleideräume“, erklärt Feldmann. Das Amt habe eine eigene kleine Küche bekommen. Und: Der Weg zur Kirmes sei kürzer. „Das erleichtert uns die Arbeit sehr“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Musste das Team im Notfall bisher mit Fahrzeugen ausrücken, um schnell genug am Einsatzort zu sein, sei das künftig zufuß und noch schneller möglich. „Außerdem gibt es einen großen Besprechungsraum, der auch als Einsatzzentrale genutzt werden kann“, erklärt Feldmann. Die Polizei sei willkommen, ebenso Vertreter von Rettungsdiensten und Feuerwehr.

Langfristig aber soll das Ordnungsamt wieder zurück Richtung Stadtzentrum ziehen: in die alte Polizeistation. Allerdings stehen nach den Arbeiten am Rathaus erst noch umfangreiche Renovierungsarbeiten an dem Gebäude an. Und noch würden einzelne Räume auch für die Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht. Fürs Erste also werden sich Mitarbeiter und Bürger an den neuen Standort über dem Euro-Grill gewöhnen müssen.