Wermelskirchen: Das Rote Kreuz ehrte während der Blutspende im Bürgerzentrum treue Spender

Wermelskirchen : Früher gab’s ein Schnäpschen

Das Rote Kreuz ehrte während der Blutspende treue Spender. Für die ist der Einsatz längst zur Ehrensache geworden. 216 Bürger kamen ins Bürgerzentrum und stärkten sich im Anschluss mit Schnittchen und Bockwurst.

Damals war es ein Notfall. Kameraden der Bundeswehr brauchten dringend Blutspenden und für Hauke Gerson war es keine Frage. „Natürlich haben wir Blut gespendet“, sagt er heute. Außerdem habe die Bundeswehr dafür einen Tag Sonderurlaub spendiert – und auch der kam gelegen. 100 Piekser später ist Hauke Gerson immer noch dabei. Jedes Mal, wenn das Deutsche Rote Kreuz ins Bürgerzentrum zur Blutspende einlädt, stellt er sich in der langen Reihe an, lässt sich registrieren, führt das Arztgespräch und spendet dann sein Blut – wenn die Eisenwerte stimmen. Und dabei trifft er dann regelmäßig auf Katharina Kapahnke, eine Schulfreundin seiner Frau. Sie scherzen dann ein bisschen über Eisenwerte, raten sich lachend, mal ein paar Nägel zu essen, um die Werte zu verbessern.

Am Dienstagnachmittag bekamen beide die goldene Karte für hundert Blutspenden – während Bodo Schwarz und Ralf Lindemann für 75 Spenden ausgezeichnet wurden. Gespannt wartete Organisatorin Brigitte Koebke vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) unterdessen auf ihren wichtigsten Jubilar: 150 Mal hat Georg Schröder bereits Blut gespendet. „Das ist eine absolute Seltenheit“, stellte Brigitte Koebke, Ehrenamtliche der Ortsgruppe, fest und zog die Schleife an dem riesigen Geschenkkorb ein bisschen fester. Weil der Jubilar nicht mehr zur Ehrung auftauchte, machten sich die Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes später selbst auf den Weg zu Georg Schröder, um ihm für den beispiellosen Einsatz bei der Blutspende zu danken.

Währenddessen trugen Katharina Kapahnke und Hauke Gerson ihre neuen Karten samt Geschenkkörben zufrieden nach Hause. „Ich finde es wichtig, hier Blut zu spenden“, erklärte sie und erinnerte an Zeiten, als die Registrierung noch mit alten Papierausweisen und Stempeln organisiert wurde. Damals gab es das Rathaus noch nicht, an gleicher Stelle stand das Vereinsheim der Gemeinde, später wurden sie zur Spende ins Gymnasium gebeten, bevor das DRK in das neue Bürgerzentrum zurückkehrte. „Früher wurde der Eisengehalt des Blutes getestet, indem ein Tropfen in ein Glas mit einer blauen Flüssigkeit gegeben wurde“, erinnerte sich Katharina Kapahnke. Je nachdem, ob der Tropfen sank oder schwamm, wurden die Spender zugelassen oder wieder nach Hause geschickt.

„Heute ist die medizinische Betreuung viel aufwändiger und professioneller“, sagt auch Ralf Lindemann. Er wurde damals zum Spender, als das Deutsche Rote Kreuz im Betrieb zu Gast war. Zur Belohnung gab es ein Mittagessen. „Und weil Blut für medizinische Notfälle immer gebraucht wird, bin ich dabei geblieben“, sagt er.

Das gilt auch für Bodo Schwarz, der am Mittwoch zum 76. Mal sein Blut spendete. „Mich belastet das überhaupt nicht, ich habe dadurch keine gesundheitlichen Einschränkungen“, sagt er, „warum sollte ich also nicht spenden?“ Viermal im Jahr lässt er sich also von den Medizinern beim DRK pieksen – und trifft sich danach mit anderen Spendern bei Schnittchen und Salat, bei Bockwurst und Kuchen.

„Früher gab es mal ein Schnäpschen nach der Spende“, erzählte Katharina Kapahnke und lacht. Heute mache sich das Team der Ortsgruppe große Mühe, um den Spendern im Anschluss eine kleine Stärkung zu servieren.

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