25 Jahre Privatpraxis Susann Ueberholz in Wermelskirchen

25 Jahre Privatpraxis in Wermelskirchen : Wenn warme Hände Seele und Körper heilen

Susann Ueberholz arbeitet als staatlich anerkannte Masseurin und ist damit eine der Letzten ihrer Art.

Susann Ueberholz erinnert sich genau an die Gesichter. „In ihre Züge kehrte plötzlich Entspannung ein“, erzählt sie. Junge Leistungsschwimmer beim WTV, die kurz vor einem entscheidenden Startschuss standen, kamen sekundenlang zur Ruhe. „Da reichte eine kurze Nackenmassage“, erzählt sie. Und diesen Ausdruck in den Gesichtern vergaß sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie machte es ihrem Trainer nach, sah genau hin, massierte bei ihren Teamkollegen im Wettkampf schließlich selbst. „Das war der Anfang“, sagt sie heute, „damals entdeckte ich, wie gut den Menschen das tut.“

Susann Ueberholz war gerade 13 Jahre alt, selbst Schwimmerin beim WTV, als sie den Plan schmiedete, Masseurin zu werden. Weil ihre Mutter dringend die Schiene als Krankengymnastin empfahl, nahm sie einen kleinen Umweg und landete am Ende doch auf der Massageschule in Bad Laasphe. „Heute bin ich eine der Letzten meiner Art“, sagt die 54-Jährige lachend. Die Ausbildung zur Masseurin, Medizinischen Bademeisterin, Kneipp-Bademeisterin und medizinischen Fußpflegerin ist aufgegangen in anderen Berufsbildern. „Und der Trend geht leider auch dahin, dass Massage von Medizinern deutlich seltener verschrieben wird“, berichtet sie.

Verständnis hat Susann Ueberholz dafür nicht. Denn den Gesichtsausdruck, den sie damals in den Gesichtern ihrer Teamkollegen sah, den hat sie seitdem immer wieder bei den Menschen entdeckt. Vor 25 Jahren eröffnete sie ihre erste Privatpraxis – arbeitete erst in der Wermelskirchener Tennishalle, dann per Hausbesuche und eröffnete vor neun Jahren schließlich gemeinsam mit Susanne Liebherr und Birgit Ries das Therapiezentrum Telegrafenstraße. „Ich möchte, dass sich die Menschen auf der Liege wohlfühlen“, sagt sie. Jene, die aus einem stressigen Arbeitsalltag kommen und Schmerzen im Rücken mitbringen. Jene, die zu oft die Zähne zusammen beißen, denen etwas im Nacken sitzt. Manchmal werde ein Schmerz im Becken im Knie ausgelöst, sagt sie. Manchmal trägt der Kiefer Schuld, wenn der Kopf weh tut. Alles hänge irgendwie zusammen. „Der Körper braucht nicht nur Bewegung“, ist sie sich sicher, „er braucht auch Zeit zum Luftholen.“ Und die bekommt er bei Susan Ueberholz.

In all den Jahren als staatlich geprüfte Masseurin hat sie dafür ihre Methoden immer wieder erweitert: Faszienmassage und die Energie-Medizin der Schamanen treffen aufeinander, Akkupunktur und chinesische Medizin, meditative Elemente und klassische Muskelentspannung. Das gefalle den Hautschichten, rege den Stoffwechsel an und verschaffe Erleichterung in der Muskulatur. „Ich mische die Massagetechniken nach Gefühl“, sagt sie, „je nachdem, was die Menschen gerade brauchen.“

Ohnehin ist das eine ihrer wesentlichstes Beobachtungen: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Berührung abnimmt.“ Die Menschen würden mehr für sich leben und arbeiten. Manchmal kämen Menschen zu ihr und würden mit der ersten Berührung eine Gänsehaut bekommen. Dann fragt Susann Ueberholz nach, ob es zu kalt sei. „Nein, aber die Berührung der warmen Hände tut mir gut“, stellen die Besucher dann fest. Heilsam für Seele und Körper könne Massage dann werden. Und deswegen hat die Fachfrau auch schon Kurse für die ganze Familie angeboten, um Berührung zu den Menschen zurückzubringen.