Wermelskirchen: Doppelt jeckes Jubiläum bei den Jecken

Seit elf Jahren dabei : Doppelt jeckes Jubiläum bei den Jecken

Louisa Meyer und Ann-Katrin Nökel gehören seit elf Jahren der Tanzgarde der Dhünnschen Jecken an. Für die beiden Tanzmariechen gehört neben dem Sport auch der familiäre Zusammenhalt dazu.

Beim Training durfte in den eigenen Reihen schon einmal gejubelt werden und bei der heimischen Sitzungsparty vor großen Publikum dürfte dieser Jubel seinen Höhepunkt erreicht haben. Im Kreis der Tanzgarde der Dhünnschen Jecken feiern zwei Tanzmariechen ein doppelt jeckes Jubiläum: Für Louisa „Lulu“ Meyer und Ann-Katrin „Aki“ Nökel begann am Montag nicht nur offiziell die fünfte Jahreszeit 2019/2020 – beide gehören seit elf Jahren dem Aushängeschild des Karnevalsvereins aus dem Dorf an der Dhünn an und können somit in der anstehenden Session ihre ganz persönliche „Schnappszahl“ genießen.

Mit ihren elf Jahren Zugehörigkeit zur Tanzgarde der Dhünnschen Jecken sind Louisa Meyer und Ann-Katrin Nökel die „dienstältesten“ aktiven Tänzer in dem Corps, das sich kurz nach der offiziellen Vereinsgründung der Blau-Gelben in der Mitte der 2000er Jahre formierte. „Karneval ist einfach toll. Karneval ist einmal im Jahr, aber auch das ganze Jahr“, erläutert Ann-Katrin Nökel das feierfreudig-gesellige Lebensgefühl, das sie bewog, ein Tanzmariechen zu werden. „Dass wir zu den Jecken gegangen sind, versteht sich für uns von selbst. Wir kommen aus Dhünn, sind Dhünnsche Mädels“, bezieht die 27-Jährige ihre Mit-Jubilarin Louisa Meyer mit ein. Die erinnert sich genauso an ihren Eintritt in die Jecken-Tanzgarde: „Ich hatte längere Zeit damit geliebäugelt. Bei der Sitzungsparty war ich als Gast da und wurde angesprochen – das hat mir dann den letzten Schupps gegeben.“ Obendrein sei das Tanzen in der Karnevalsgruppe für sie ein willkommener Ausgleich zum Leichtathletik-Sport, beschreibt die 25-jährige Studentin, die Lehrerin werden möchte: „Obendrein hat mich der Karneval von Kindesbeinen an begeistert.“

Für die beiden jungen Damen steht ein Ausstieg aus dem aktiven Tanzen nicht zur Debatte: „Man kommt nicht davon los. Wir sind in der Garde wie eine Familie und die verlässt man ja nicht.“ Auch wenn sich die Auftritte in den Spitzenzeiten der Session zu einem anstrengenden Terminreigen verdichten können, nehmen Ann-Katrin Nökel und Louise Meyer diesen Stress gelassen: „Da heißt es: Augen zu und durch. Natürlich ist man am Abend von Altweiber nach zehn Auftritten innerhalb eines Tages kaputt, aber es lohnt sich. Es macht Spaß und bereitet Freude.“ Klarer Höhepunkt der Session ist für die beiden Tanzmariechen der Auftritt vor heimischem Publikum auf der Sitzungsparty der Dhünnschen Jecken in der stets ausverkauften Dhünner Mehrzweckhalle: „Das ist eben das große Heimspiel.“

Sessionszeit hin oder her – Louisa Meyer und Ann-Katrin Nökel verstehen sich zwölf Monate im Jahr als Tanzmariechen der Dhünnschen Jecken. Auftritte abseits vom Karneval beispielsweise bei privaten Feiern, am Fußballplatz des SSV Dhünn oder auf der Dhünner Kirmes sorgen für dieses Selbstverständnis: „Wir machen nach Aschermittwoch maximal zwei Wochen Pause – dann startet wieder das Training und wir beginnen damit, neue Tänze zu entwickeln.“ Das ist dann gemeinsame Arbeit der gesamten Tanzgarde, die aktuell 23 Aktive, davon drei Tanzoffiziere, hat, unter Federführung von Trainerin Tanja Reininghaus und Co-Trainer Gordon Slama. „Hinter den Choreografien, die wir auf der Bühne zeigen, sollen letztlich alle stehen“, betont Tanja Reinighaus: „Und Lulu und Aki haben nach elf Jahren die Routine und Flexibilität dazu einen großen Teil beizutragen, weil sie die Übersicht haben und auf der Bühne blitzschnell auch einmal etwas korrigieren können.“

Das Gemeinschaftsgefühl wird in der Tanzgarde groß geschrieben, schätzen Ann-Katrin Nökel, die beruflich als Medizinische Fachangestellte tätig ist, und Louise Meyer die Atmosphäre: „Da sind Freundschaften und sogar schon Liebesbeziehungen entstanden.“ Natürlich gäbe es gerade „unter Mädels“ immer einmal „Zickereien“, sagen Ann-Katrin Nöke und Louise Meyer mit einem Lachen: „Und wir können da auch ganz gut mitmachen.“ Entscheidend sei jedoch, dass das Zusammenwachsen der Garde bei dem häufig „unterschätzten Hochleistungssport“ des Tanzens immer wieder auf einen gemeinsamen Nenner führt.eigt.