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Wermelskirchen: Claus Füllhase kümmert sich um den Fledermaus-Turm

In Wermelskirchen : Der „Behüter“ des Fledermaus-Turms

Claus Füllhase wacht über den Bereich um den Eifgen-Parkplatz. Der 74-Jährige moniert eine stiefmütterliche Behandlung des Areals.

„Sein“ Eifgen lässt ihm keine Ruhe: Claus Füllhase schaut genau hin und meldet sich zu Wort, wenn Müll abgekippt wird oder die Hundehaufen überhand nehmen. In seinen Augen kümmere die Stadt sich nicht ausreichend um den Bereich: „Hier gammelt alles vor sich hin.“ Damit meint der Rentner, der im Mai 75 Jahre wird, auch den Fledermaus-Turm, der von Efeu überwuchert zwischen Wanderpark- und Grillplatz steht.

Dieser einstige Wasserturm, unter dem sich früher ein Wasser-Reservoir mit zehn Metern Tiefe befand, stammt aus den 1920er-Jahren, ist sich Füllhase sicher. Der Heimatforscher und Naturfreund, wie er sich selbst bezeichnet, kümmert sich um diesen Turm, hat davor einen Informations-Schaukasten, den ihm die Stadt zur Verfügung stellte, installiert. Darin finden Spaziergänger Hinweise auf heimisch Vogelarten und Fledermäuse, die in dem Turm ihr Zuhause gefunden haben. „Als das ehemalige Kreiskinderheim für die Waldschule abgerissen wurde, sind viele dieser geschützten Tiere hierher umgesiedelt – zuvor waren sie in dem Abriss-Gebäude heimisch“, erinnert Claus Füllhase. Ob die lichtscheuen und nachtaktiven Fledermäuse aktuell in dem Turm tagsüber Schutz suchen, weiß Füllhase nicht: „Ich habe noch keine gesehen. Aber sie werden jetzt im Frühjahr aktiv – und ich beobachte.“

Den im Turm-Mauerwerk eingelassenen Schlitz, der den Tieren als „Ein- und Ausflug-Schneise“ dient, hat Füllhase von Efeu freigeschnitten. „Ich habe Ende vergangenen Jahres die Stadt darum gebeten, aber passiert ist nichts. Dann habe ich es selber gemacht“, sagt Claus Füllhase und bedauert: „Bei der Stadt scheint niemand etwas zu wissen, keiner kümmert sich.“ Wobei man bei der Stadt nicht erfreut ist über diese eigenmächtige Grünschnitt-Aktion.

Der „Fledermaus-Turm“ steht nicht unter Denkmalschutz im Gegensatz zu den gegenüber gelegen Gebäuden Eifgen 8 und 9, die die Stadt an einen Investor verkaufen will. Das ehemalige Nebengebäude des Turms, in dem sich die Chlor-Anlage der früheren Eifgen-Freibades befand, ist abgerissen, ebenso sind die Wasser-Überlauf-Becken, die sich einmal direkt am Turm befanden, bis auf wenige noch sichtbare Reste rückgebaut. Lediglich der aus dem Boden ragende, von Korrosion überzogene Drehregler zur Betätigung des Schiebers, mit dem Wasser aus den ehemaligen umliegenden Tiefenbrunnen in das Reservoir geleitet wurde, ist noch da.

„Ich verstehe die Stadt nicht“, konstatiert Füllhase: „Ich will gerne wissen, was mit dem Turm passiert.“ Immerhin sei ja bei der Umwandlung zum „Fledermaus-Turm“ Geld in die Hand genommen worden. „Als hier unter der Freibadpark war, waren alle begeistert. Inzwischen sieht es so aus, als zeige niemand Interesse.“ Die Nistkästen der früheren Biologischen Station würden verfaulen.

Da der künftige Investor, der die Eifgen-Gebäude für 180.000 Euro von der Stadt erwerben soll, sich mit einem Konzept bewerben muss, scheint es mehr als fraglich, dass zuvor noch größere Anstrengungen rund um den Fledermaus-Turm unternommen werden. Darüber ist Claus Füllhase natürlich enttäuscht enttäuschend: „Ein bisschen mehr Entgegenkommen wäre schön. Müll liegt hier herum, der müsste beseitigt werden. Warum sieht es hier nur so aus?“