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Wermelskirchener Sängerin Sihna Maagé gibt Tipps zum Songwriting

Kreativität in Zeiten von Social Distancing : Fünf Schritte zum eigenen Song

Die beste Zeit kreativ zu werden ist jetzt, findet Sängerin Sihna Maagé und gibt Tipps rund um Hook, Bridge und Beats – und damit gegen die Corona-Langeweile.

Viele finden die aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus beängstigend, sind genervt von den Einschränkungen und dem Aufeinanderhocken zuhause. Warum solche Gefühle der beste Aufhänger für das Schreiben eines Songs sind und wie das auch ohne Tonstudio geht, erklärt Sängerin Sihna Maagé in fünf Schritten.

1. Gefühls-Mindmap zeichnen

Sängerin Sihna Maagé Foto: privat

„Beim Schreiben eines Songs geht es zunächst darum, eine Stimmung zu transportieren – das gilt auch für Gedichte oder Geschichten“, erklärt Sihna Maagé. Deswegen bestehe der erste Schritt darin, in sich hineinzuhorchen: Was empfinde ich gerade - Angst, Freude, Wut? Warum bin ich gut oder schlecht gelaunt? Um diesen „Seelen-Striptease“ zu vereinfachen, legt die Sängerin oft eine Mind-Map an. „Da bin ich ein großer Fan von. Einfach ein leeres Blatt Papier schnappen und in die Mitte das Wort aufschreiben, was dir als erstes in den Sinn kommt.“ Daraus können sich dann viele Unterpunkte ergeben – etwa warum ich mich so fühle, wen das betrifft und was ich mir wünsche.

2. Lieblingsmusik hören

Beim nächsten Schritt kann man sich erst einmal wieder zurücklehnen und entspannen: „Überleg dir kurz, welche Bands oder Musiker du gerne hörst und schreib deine Top 3 auf“, rät Sihna Maagé. „Und hör dich dann einfach ein bisschen durch deren Songs.“ Sie selbst lasse sich immer wieder durch Musik inspirieren, die ihr gefällt. Da man das Rad nicht komplett neu erfinden muss, kann es für den eigenen Song helfen, auf den Aufbau der Lieblingssongs zu achten. „Die meisten aktuellen Popsongs bestehen aus drei Parts: Der A-Part umfasst die einzelnen Strophen und wechselt sich anfangs mit dem B-Part ab: der Hook, was so viel bedeutet wie Refrain“, erklärt die 26-Jährige. „Und dann gibt es meistens zum Ende hin noch einen C-Part, der sich melodisch und im Sound vom Rest abhebt: Das ist die Bridge.“ Wie man letztlich seinen eigenen Song aufbaut – dafür gibt es keine Regel. „Aber es kann helfen, sich an Mustern zu orientieren.“

3. Die ersten Zeilen schreiben

Inspiriert von der Lieblingsband und gewappnet mit der fertigen Mindmap, kann es jetzt an die ersten Zeilen gehen. Dazu sollte man die Mindmap nochmal vor sich ausbreiten und die Wörter oder Phrasen anstreichen, die für einen selbst hervorstechen und wichtig erscheinen. „Damit hat man sein eigenes Thema für den Song gefunden und kann mit Hilfe der Schlüsselwörter einfach mal ein paar Zeilen schreiben.“ Reimen muss sich dabei nichts: „Das ist ein Irrglaube, der vieles verkompliziert. Manchmal passt es, aber oft eben auch nicht. Ein Song funktioniert ohne Reim aber genauso gut.“

4. Sprachmemo aufnehmen

Statt den kompletten Song in einem runterzuschreiben, fängt Sihna Maagé oft mit ein paar Zeilen an, die Melodie dazu komme meistens beim Schreiben. Wenn man einen Part hat, kann man den Stift erstmal zur Seite legen und sich das Smartphone nehmen. „Sprachmemos sind die beste Erfindung für das Songwriting“, sagt die Sängerin. „Einfach mal drauflos singen und ausprobieren, wie man den Text in eine Melodie verwandeln kann.“

5. Den passenden Beat finden

Der Gesang alleine reicht meistens nicht – man braucht eine Musik, die die eigene Stimme begleitet. „Das ist gar nicht so schwierig: Nimm dir die Gitarre von deinem Bruder oder hol das Keyboard aus dem Keller, und probier‘ ein bisschen aus.“ Oft würden schon vier Akkorde reichen. Wer davon keinen Schimmer hat, den ermutigt sie zu Youtube-Tutorials.

Die Alternative zu den Instrumenten: Beats am Computer produzieren, etwa mit kostenlosen Programmen wie Garage Band (Apple) oder Audacity. „Auch da muss man sich ein bisschen reinfuchsen, aber hier helfen ebenfalls Tutorials, mit denen man das recht schnell und gut hinbekommen kann.“ Die Programme verfügen auch über eine Reihe vorgefertigter Loops, also Musik-Sequenzen, die man zum Gesang abspielen kann.