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Monheim Schelmenturm: Arbeit kann im April starten

Monheim Schelmenturm : Schelmenturm: Arbeit kann im April starten

Die Genehmigungen für die Sanierung des Turms von außen liegt jetzt vor, die für den Brandschutz im Gebäude steht noch aus.

Seit Ende 2019 ist der Schelmenturm in der Monheimer Altstadt eingerüstet. Die Jecken haben vor dem Gerüst am 11.11. den Schelm geweckt und Altweiber haben sie ihre Majestäten durch den engen Durchgang von der Doll Eck zur Altstadt begleitet. Jetzt sind die Angebote für die Sanierung von Dach und Fassade eingeholt. Im April kann es losgehen, sagt Michael Lobe, Chef des Hochbauamts in Monheim.

Lobe ist bewusst, dass die Einrüstung für Irritationen bei den Monheimer gesorgt hat. Offensichtlich tat sich nichts. „Doch wir mussten für die denkmalgerechte Sanierung die Genehmigung einholen. Und dafür waren Gutachten notwendig“, so Lobe. Die Gutachter hätten den Zustand der Steine sowie der Fugen untersucht. Erst danach konnte entschieden werden, mit welchem technischen Verfahren der Turm saniert werden könne. „Das ist nun abgeschlossen“, sagt der Hochbauamts-Chef.  „Wir haben die notwendige Erlaubnis bekommen und uns für einen Anbieter entschieden.“

Jetzt können schadhafte Mauersteine und Fugen saniert werden. Nicht jede Fuge müsse dabei erneuert werden, erläutert Lobe die denkmalgerechten Vorgaben. Auch eine komplette Sandstrahlung geben die Vorschriften des Denkmalschutzes nicht her. „Wenn der Turm hinterher so aussieht, als wäre nichts geschehen, haben wir alles richtig gemacht“, erläutert er.

Doch das ist nur ein Teil der umfänglichen Sanierung. Auch der Innenbereich muss unter brandschutztechnischen Aspekten auf Stand gebracht werden. „Der Turm war auch als Gefängnis genutzt worden“, sagt Lobe. „Da gab es keine Fluchtwege.“ Die wird es auch immer noch nicht geben. Dafür wird in dem Rund des 26 Meter hohen Turms eine Rauchgasentlüftungsanlage installiert, die in einem Brandfall den Besuchern  ermöglicht, rauchfrei die Flucht über die Wendeltreppe (79 Stufen) anzutreten.

Insgesamt werden die Arbeiten rund um den Turm mehr als ein Jahr dauern. Danach sollen bis zu hundert Besucher Lesungen, Kammer- oder Klassikkonzerte dort genießen können. Auch Trauungen sind dann wieder möglich. Die Kosten für die Sanierung sind mit 1,21 Millionen Euro veranschlagt.

Die Geschichte des Turms am Fuße der Altstadt ist wechselvoll.  Ab dem Jahr 1275 von den Grafen und Herzögen von Berg zum Schutz der Freiheit Monheim errichtet, sollte er die Häuser und Straßen auf der vom Rhein abgewandten Seite schützen. Der Turm hat als Gefängnis und Spritzenhaus gedient. 1779 wurden im Turm die Glocken von St. Gereon gegossen. Zum Abtransport ist dann der Eingang an der Grabenstraße 30 entstanden. Zwei Weltkriege hat der steinerne Turm überstanden. Erst im Oktober 1970 hat die Stadtverordnetenversammlung (so hieß der Rat damals) eine Sanierung beschlossen, so dass der Turm ab 1972 als Kultur- und Begegnungsstätte genutzt werden konnte.  Jetzt, nach weiteren  kleinen Ausbesserungen, kommt die  Rundererneuerung, damit Monheimer dort künftig Kultur genießen und sich wieder trauen lassen können. Übrigens: Die ersten, die sich dort das „Ja“-Wort gegeben haben waren Nicole und Thomas Dünchheim (Ex-Bürgermeister).