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Wermelskirchen: Stadt sucht Investor für Eifgen-Denkmäler

Nachhaltiges Nutzungskonzept gewünscht : Stadt sucht Investor für Eifgen-Denkmäler

Für die Häuser „Eifgen 8 und 9“ soll ein neuer Betreiber ein nachhaltiges Nutzungskonzept vorlegen. Der Rechtsstreit mit dem Mieter, ein gewerblich tätiger Blankwaffenschmied, der das Gebäude weiter nutzt, ist nicht abgeschlossen.

Geht das denkmalgeschützte Gebäudeensemble im Eifgen bald in neue Hände über? Die Stadt sucht jetzt einen Investor für das ehemalige Wasserwerk sowie das ehemalige Maschinisten-Wohnhaus neben dem Freizeitpark Eifgen. 180.000 Euro ist der Preis, den die Stadt erzielen will – vorausgesetzt, der Bewerber kann mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept überzeugen, das diesem besonderen Ort gerecht wird.

In der städtebaulichen Entwicklung mit dem „Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Wermelskirchen Innenstadt 2030“ sind die nächsten Jahre vorgezeichnet. Damit bekommt die Achse vom Spielplatz Berliner Straße bis zum Eifgenbach eine große Bedeutung – dieses Areal soll für die Stadtgesellschaft und die Region in puncto Sport, Naherholung und Gesundheit herausgestellt werden, sagt Städteplanerin Daniela Zache: „Zusammen mit der Wiederbelebung des Bereiches am ehemaligen Freibad durch Tourismus, Bildung und Unternehmenskultur soll ein regional bedeutsames Projekt entstehen.“ Deshalb muss der Investor oder der Betreiber ein Nutzungskonzept für diese Bereiche, darunter auch Gastronomie und Kultur, vorlegen, um die Immobilie zu beleben.

Aktuell ist im Eifgen ein Blankwaffenschmied seit mehr als einem Jahrzehnt Mieter. Seit Jahren befindet sich die Stadt im Streit mit ihm, sagt Florian Leßke vom Amt für Stadtentwicklung. Zurzeit sei zwar keine Klage anhängig. Zuletzt ging es um eine Räumungsklage. Aber die juristische Auseinandersetzung sei damit nicht beendet. „Wir wollen das Areal einer sinnvollen Nutzung zuführen. Das, was der jetzige Mieter mit dem Denkmal macht, ist dem Ort nicht zuträglich“, sagt Leßke. Deswegen werde eine andere Nutzung gesucht, die dem Denkmal angemessen sei. „Das ist ein Kleinod, und als solches soll es künftig dargestellt werden.“ Mit einer Räumungsklage sei die Stadt nicht vorangekommen. Ein neuer Eigentümer habe da bessere Voraussetzungen, sagt der Amtsleiter. „Er könnte auf Eigenbedarf klagen. Diese Möglichkeit hat die Stadt nicht.“ Schließlich wolle ein künftiger Betreiber sein Konzept umsetzen.

So hofft nun die Stadt Wermelskirchen auf viele findige Ideen für das Areal. „Uns haben immer mal wieder Investoren angesprochen. Daher sind wir optimistisch.“ Das Freibad selbst gehört nicht zu dem Bereich, der verkauft werden soll – „es sollte aber in das Nutzungskonzept eingebunden werden“, sagt Leßke.

Das Becken des ehemaligen Freibades wird jetzt als Biotop geführt – das Areal selbst kann nur eingeschränkt genutzt werden. „Neubauten auf dieser Flächen stehen sicher im Widerspruch zum Naturschutz“, sagt Leßke. Aber die vorhandenen, ehemaligen Freibad-Räume könnten Teil eines Nutzungskonzeptes werden. „Letztlich soll der Freizeitpark aber auch Teil der Grünzone bleiben.“

Der Zustand der beiden Gebäude ist nicht besonders gut – sie weisen große bauliche Mängel auf. Leßke: „Das ist nicht untypisch für Gebäude, die so alt sind. Und der Zustand spiegelt sich auch im Verkaufspreis wider.“ Die Verkehrswertermittlung ergab einen Preis von 180.000 Euro.

Am 6. April startet das Auswahlverfahren. Ein durch ein externes Planungsbüro erstelltes Exposé dient dem Zweck, Investoren zu finden. Es informiert über die Vorgaben, Anforderungen und Ziele hinsichtlich des Projektes. Die Angebote müssen bis zum 23. Juni 2020 abgegeben werden, sagt Daniela Zache.

Das Exposé sowie die Bewerbungsvoraussetzungen können ab Montag, 6. April, auf der Internetseite der Stadt (www.wermelskirchen.de) unter dem Stichwort Planen & Bauen „Investorenauswahlverfahren...“ eingesehen werden.