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Außengastronomie in Wermelskirchen: Eis auf Straßen-Terrasse servieren

Mehr Außengastronomie in der Innenstadt : Die Idee: Eis auf Straßen-Terrasse servieren

Corona macht erfinderisch: Cordella-Besitzer Giorgio Barazzuol möchte auf die Straße ausweichen, um den Verkauf wieder anzukurbeln. Seine Idee hat er der Stadtverwaltung vorgetragen, jetzt muss die Politik entscheiden. Auch „ToscAnna“ hat die Außengastronomie erweitert.

Der Shutdown und die Hygiene-Vorschriften haben viele Cafés dazu gezwungen, ihre Außengastronomie einzustellen – sofern sie nicht große Flächen vor ihren Läden haben. Das hat Giorgio Barazzuol schmerzlich erfahren: Seine Tische mit 52 Sitzplätzen konnte er nicht nutzen – er hätte die Abstandsregeln nicht einhalten können. Für acht Plätze, die genehmigt worden wären, lohnte sich das Geschäft nicht. So blieb es beim Fenster-Eisverkauf – eben schön auf Distanz. Doch der Cordella-Inhaber ist jetzt mit einer Idee an die Stadt getreten, um die Außengastronomie in der Innenstadt wieder zu beleben: Er möchte eine Fläche auf der Telegrafenstraße nutzen. „Es ist doch besser, dort sitzen gut gelaunte Menschen statt dass dort Lieferwagen parken“, sagt Barazzuol.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hatte eine Empfehlung an die Städte ausgesprochen, angesichts der Corona-Krise den Gastronomen mehr Fläche zur Verfügung zu stellen. In Köln wurde das bereits umgesetzt: Statt Parkplätzen gibt’s dort an vielen Stellen Nischen mit Sitzplätzen. „Feste Parkplätze habe ich ja nicht, deshalb bin ich auf die Idee gekommen, ein Podest auf einer Fläche zu bauen, auf dem ich acht Vierertische stelle. Damit hätte ich dann 32 Sitzplätze. Mit den Tischen an der Carl-Leverkus-Straße komme ich auf 40 Sitzplätze. Das wäre in Ordnung“, so Barazzuol.

Aber warum ein Podest? „Wenn Kunden höher sitzen, haben sie ein besseres Sicherheitsgefühl gegenüber Bussen oder hohen Autos, die natürlich neben dem Podest herfahren würden“, sagt der Café-Besitzer.

Mit diesem Vorschlag ging Barazzuol zur Stadtverwaltung, stellte seine Idee vor — und traf grundsätzlich auf offene Ohren, berichtete er. Jetzt fand das erste Vor-Ort-Gespräch statt; Verkehrssicherheitsbedenken gibt es laut Barazzuol nicht. Aber ein Podest, so scheint es, will die Stadt nicht genehmigen. „Ich soll mit Blumenkübeln und Ketten die Tische zur Straße absperren“, so der Inhaber. Ketten lehnt er ab: „Da können Kinder unter herkrabbeln und auf die Straße laufen.“ Kleine Geländer (50 Zentimeter Höhe) wären eine Lösung. „Platz für Busse gäbe es, auch ein gegenläufiger Radverkehr, wenn er käme, wäre kein Problem, teilte man mir mit.“

"ToscAnna" an der Oberen Remscheider Straße hat ihre Außenplätze erweitert - drei weitere Tische stehen jetzt unterm Tannenbaum auf dem breiten Gehweg. Foto: Udo Teifel

Nun muss aber noch die Politik entscheiden. Im Ältestenrat soll am Dienstag laut Informationen unserer Redaktion darüber diskutiert und entschieden werden. Gibt es ein positives Signal, würde Barazzuol einen Sondernutzungsantrag stellen und Tische und Blümenkübel bestellen. „Dafür brauche ich drei Wochen Zeit. Ich hoffe, in der ersten oder zweiten Juli-Woche kann ich meine Gäste begrüßen“, so Giorgio Barazzuol.

In der Stadtverwaltung gibt es dazu noch kein Meinungsbild, heißt es in einer Antwort der Pressestelle auf die Anfrage unserer Redaktion.

Erweitert wurde die Außengastronomie auch von „ToscAnna“ an der Oberen Remscheider Straße. Dort stehen drei hübsch dekorierte Vierertische auf dem breiten Bürgersteig unter dem Weihnachtsbaum und laden bei schönem Wetter zum Verweilen ein.