Illegales Baden am Effelder Waldsee

Illegales Baden am Effelder Waldsee : Bußgeld fürs Baden im Naturschutzgebiet

Im Gegensatz zum Badestrand Amici Beach steht das Nordufer des Effelder Waldsees unter Naturschutz. Doch immer wieder müssen Ordnungsbehörden gegen illegales Baden dort vorgehen. Die Behörden kündigen mehr Kontrollen an.

Für den Effelder Waldsee gibt es eine Art „Arbeitsteilung“: der südliche und östliche Teil des Ufers mit dem Amici Beach ist für Badegäste und Camper reserviert, der nördliche und westliche Teil ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Diese „Arbeitsteilung“ soll sicherstellen, dass Flora und Fauna des Waldsees auch nach der Umgestaltung des südlichen und östlichen Ufers vor einigen Jahren erhalten bleiben. Naturschützer bemängeln jedoch, dass in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Teil mehr und mehr Arten verschwinden oder der Bruterfolg ausbleibt.

„Ein Grund hierfür sind zu starke Störeinflüsse durch illegale Badegäste“, heißt es jetzt in einer Mitteilung des Kreises Heinsberg. Im Naturschutzgebiet ist nicht nur das Baden und Lagern verboten, sondern bereits das Betreten der Flächen jenseits der Wege. Hierbei gilt, dass Trampelpfade rund um den Effelder Waldsee keine Wege sind, sondern nur die in den Karten eingezeichneten Wege zur naturnahen Erholung betreten werden dürfen. Alles andere ist verboten.

Unbekannte haben am nördlichen Ufer des Effelder Waldsees Müll entsorgt. Die Behörden kündigen nun verstärkte Kontrollen an. Foto: Kreis Heinsberg

„Die derzeit anhaltend lange warme Wetterperiode veranlasst offenbar zahlreiche meist männliche Jugendliche oder junge Erwachsene, sich nicht an die Spielregeln zu halten und am Nordufer des Waldsees widerrechtlich zu lagern, zu schwimmen und ihren Müll dort zurückzulassen. Kein Wunder also, dass dort der Gesang der Nachtigall verstummt ist“, klagen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Verunreinigungen und wilder Müll durch illegales Baden am geschützten Ufer des Effelder Waldsees. Foto: Kreis Heinsberg

Dies veranlasste nun die Stadt Wassenberg als örtliche Ordnungsbehörde und Eigentümerin des Geländes und den Kreis Heinsberg als untere Naturschutzbehörde zusammen mit der Polizei, der Wasserrettungseinheit der Feuerwehrtaucher im Kreis Heinsberg und mit Verstärkung durch einen Sicherheitsdienst, in einer konzertierten Aktion dort für Ordnung zu sorgen.

Da an den Abenden am Wochenende besonders viele Personen anzutreffen sind, rückten die Behörden zur „Prime Time“ an und verwiesen alle im Naturschutzgebiet vorgefundenen Personen des Feldes, nachdem ihre Personalien festgestellt worden waren. „Der Bußgeldkatalog des Landes NRW sieht alleine für das Betreten von Flächen außerhalb der Wege in Naturschutzgebieten Bußgelder bis zu 400 Euro vor, wer zusätzlich noch Feuer macht, musst insbesondere bei der derzeitigen Waldbrandgefahr mit Bußgeldern bis 2500 Euro rechnen“, schreibt die unterer Naturschutzbehörde beim Kreis und weist schon darauf hin: „Die Behörden werden in den kommenden Wochen bei anhaltend warmem Wetter die Einhaltung der Verbote im Naturschutzgebiet verstärkt überwachen – auch am Wochenende und in den Abendstunden.“

Die untere Naturschutzbehörde wird in den kommenden Tagen die Beschilderung am Nordufer des Effelder Waldsees nochmals verstärken, damit auch dem Letzten klar ist, dass er sich in einem Naturschutzgebiet befindet und sich entsprechend zu verhalten hat, kündigt der Kreis an.

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Wer sich über die Verbote rund um den Effelder Waldsee informieren möchte kann dies über die Internetseite des Kreises Heinsberg unter www.kreis-heinsberg.de tun. Im Übrigen gelten gleichartiger Bestimmungen auch für den Nordsee des „Lago Laprello“ in Heinsberg, für den nördlichen Teil des Baggersees „Kapbusch“ bei Brachelen sowie für den gesamten Baggersee Großkünkel bei Doveren und natürlich auch für die Seen in der Teverener Heide, die allesamt Naturschutzgebiete sind. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass an allen Baggerseen, an denen noch Kiesabbau betrieben wird, das Baden und Lagern ebenfalls verboten ist.

(RP)