DLRG sorgt für Sicherheit am Effelder Waldsee

Für Noteinsätze gut gerüstet : DLRG sorgt für Sicherheit am Waldsee

Die aktuellen Hochsommertemperaturen sorgen für Trubel am Effelder Waldsee. Und verlangen dem Wachpersonal der DLRG große Aufmerksamkeit ab. Für Noteinsätze sind die sich abwechselnden Teams gerüstet.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist mit beinahe 1,8 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Gegründet im Jahre 1913 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Die Kernaufgaben der DLRG sind Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, Aufklärung über Wassergefahren und der Wasserrettungsdienst. Die Mitglieder durchlaufen ein umfassendes Bildungs- und Qualifizierungsprogramm und betreiben regelmäßiges sportliches Training. Bei rettungssportlichen Wettkämpfen vergleichen die aktiven Mitglieder aus ganz Deutschland ihre Leistungsfähigkeit.

Dieses allgemeine Leitbild gilt natürlich auch für die Ortsgruppen im Kreis Heinsberg, von denen aktuell acht abwechselnd Wochenend-Wache am Effelder Waldsee leisten, wie Philipp Pollack, Wachleiter der Erkelenzer Ortsgruppe, die wir am Waldsee bei ihrer Arbeit besuchen, uns sagt: „Im Zeitraum von Juni bis September sind wir einmal im Monat mit 20 Leuten hier in Effeld im Dienst. Und auf so einem großen Gelände braucht man diese Mitglieder auch alle.“ Für zwei Tage, mit einer Übernachtung, sind die jeweiligen Ortsgruppen in Effeld vor Ort. Auffallend viele weibliche DLRGler haben die Erkelenzer mitgebracht, und auch einige Mitglieder des „Jugend-Einsatz-Teams“ (Jetties) wachen mit Argusaugen über das Gelände. Im Clubheim sitzen stets zwei Funker, der große Wachturm, direkt am Ufer gelegen, ist zumeist mit bis zu fünf Personen besetzt. Von dort aus können die Retter im Notfall schnell eingreifen, und ihre Kollegen, die auf dem Gelände Wache gehen, unterstützen. Immer wieder sieht man jemanden vom Turm herunter kommen, meistens, um die Besucher (an einem guten Wochenende bis zu 2000) auf gewisse Vorschriften hinzuweisen.

Xenia Irmak, Sandra Jätzold, Leonard Karren und Jana Reinhold auf dem Wachturm am Effelder Waldsee. Foto: Ruth Klapproth

Aber worin liegen die größten Probleme, und welche Art von Einsätzen kommen in Effeld häufig vor? Dazu sagt Philipp Pollack: „Also schwere Wasservorfälle hatten wir hier glücklicherweise schon lange nicht mehr. Meistens geben wir Hinweise und versuchen schon im Vorfeld, gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen.“ In dem Moment, in dem Pollack das sagt, greift ein Kollege ein, und „pfeift“ einen Badegast zurück, der mit einem Kleinkind den Nichtschwimmer-Bereich verlassen wollte. Viel zu gefährlich für das Kind, sollte dem Erwachsenen plötzlich etwas zustoßen. Kurz zuvor war sogar ein Rettungshubschrauber am Waldsee gelandet, da ein Gast mit schweren Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte, auch das gehört dazu.

Für eventuelle Noteinsätze sind die wachhabenden Teams gut gerüstet. So stehen zwei Boote bereit, wobei eines für Hochwassereinsätze geeignet ist, das andere für Kontrollfahrten über den See genutzt wird. Am liebsten ist es den Rettungsschwimmern natürlich, wenn nichts Schlimmes passiert, doch man muss immer darauf gefasst sein, wie Kevin Kaiser sagt: „Wir werden zu den jeweiligen Aufgaben eingeteilt, haben aber stets die Augen offen, ob irgendwo im oder am Wasser etwas nicht stimmt.“ Der 23-Jährige kam vom Leistungsschwimmen beim TV Erkelenz und hat nun viel Freude an seiner Tätigkeit bei der DLRG: „Das Bahnenschwimmen wurde mir irgendwann zu eintönig. Hier kann ich mich bewegen, habe Abwechslung und stehe mit den Kameraden für eine gute Sache.“ Besonders gefalle ihm auch, dass er mit allen Kollegen super klar komme und es nie ernsten Streit gibt. Kaiser, ist wie alle DLRG-Mitglieder ehrenamtlich unterwegs, und macht das gerne. Das größte Problem sieht er in der Tatsache, dass es immer mehr Nichtschwimmer gibt, wie auch Wachleiter Philipp Pollack bestätigt: „Heute ist es leider nicht mehr selbstverständlich, dass Grundschüler regelmäßig Schwimmunterricht haben. Das liegt auch daran, dass immer mehr kleine Bäder geschlossen werden.“ Daher gelte den kleinsten Besuchern immer ein besonderes Augenmerk.

Die Rettungsteams in Effeld können im Übrigen nicht nur alles sehen, was sich an der Oberfläche abspielt, sondern sind auch mit Tauchgerät ausgerüstet, damit ausgebildete Rettungstaucher bis an den Grund des rund 17 Meter tiefen Waldsees hinab können. So weit sind Lisa und Emilia allerdings noch nicht. Die beiden 15-Jährigen machen bereits im vierten Jahr beim Dienst in Effeld mit und haben eine Menge Spaß an der Sache: „Ich finde es gut, wenn ich anderen helfen kann. Auch wenn es durch Ratschläge ist“, sagt Lisa. Eines haben die beiden „Jetties“ mit allen anderen DLRG-Mitgliedern gemeinsam: „Es macht einfach Spaß mit den Leuten zusammenzuarbeiten. Es gibt keinen Streit und alle halten zusammen, was ja im Notfall auch die Voraussetzung ist“, meint Kevin Kaiser. Im vorigen Jahr haben allein die Erkelenzer Rettungsschwimmer rund 1000 ehrenamtliche Stunden am Waldsee geleistet, wobei auch schlechtes Wetter sinnvoll genutzt wird, wie Pollack sagt: „Wenn hier keine Badegäste sind, ist das für uns die Möglichkeit, intensiv eventuelle Einsätze zu üben.“ Das Wochenende ging für die Mitglieder der DLRG glücklicherweise weitgehend ruhig zu Ende, schwere Zwischenfälle gab es nicht.