Feierstunde in Ophoven Für Löschgruppe beginnt eine neue Zeitrechnung

Ophoven · Mit einem großen Fest feierte Wassenberger Feuerwehr die Einsegnung ihres neuen Gerätehauses in Ophoven. Was das mit einem Ereignis zu tun hat, das 1974 stattfand.

v.l.: Wehrleiter Holger Röhtling und Bürgermeister Marcel Maurer übergeben den symbolischen Schlüssel an Löschgruppenführer Stefan Woltery.

v.l.: Wehrleiter Holger Röhtling und Bürgermeister Marcel Maurer übergeben den symbolischen Schlüssel an Löschgruppenführer Stefan Woltery.

Foto: Mario WInkler (mw)/Mario Winkler (mw)

Den symbolischen Schlüssel reckt er lächelnd und unter viel Applaus in die Höhe. Dieser Sonntag in Ophoven, so formulierte er es kurz vor diesem Moment, sei ein Meilenstein, nicht nur für die Löschgruppe selbst, sondern auch für den Ort und seine Bewohnerinnen und Bewohner. Stefan Woltery, der Hauptbrandmeister und Löschgruppenführer in Ophoven, war sichtlich berührt von dem durchaus wichtigen Ereignis, das sicherlich auch Ophovens Ortsvorsteher Ingo Caron, Autor der Ophovener Dorfchronik, längst schon für eine weitere Ausgabe notiert und beschrieben haben dürfte.

Der 21. April bedeutet künftig viel für die Wehrleute an der Rur. Der Tag, an dem das neu erbaute Gerätehaus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden konnte. „Der Tag ist deswegen so besonders für uns, weil vor genau 50 Jahren das alte Gerätehaus, aus dem wir 2021 ausgezogen sind, eingeweiht wurde“, zog Woltery eine ziemlich passende Parallele.

Das Geschehen an der Schützenstraße beobachtete auch Wassenbergs Ehrenbürgermeister Manfred Winkens, ein Ophovener übrigens, ganz genau. Er wird sich während der Feierstunde noch sehr gut an das Jahr 2018 erinnert haben – damals, als es in einer Bürgerwerkstatt um das Dorfentwicklungskonzept ging, damit einher gingen vor allem der Bau und die Konzeptionierung eines integrativen Bürgerhauses mit einem neuen Gerätehaus für die Löschgruppe Ophoven. Am 27. November 2019 fiel der politische Beschluss, noch in Winkens‘ Amtszeit also.

Die große Borussia-Raute ging an Wehrleiter Holger Röthling.

Die große Borussia-Raute ging an Wehrleiter Holger Röthling.

Foto: Mario WInkler (mw)/Mario Winkler (mw)

Winkens‘ Nachfolger im Amt, Marcel Maurer, sagte: „Wenn Sie gleich die Gelegenheit nutzen und die Räume besichtigen, werden Sie merken, dass der Fortschritt der Technik und die immer größer werdenden Herausforderungen, die an eine Feuerwehr gestellt werden, auch dazu führen, dass entsprechend vielfältiges Gerät angeschafft und untergebracht werden muss, an denen die Wehrleute ausgebildet werden müssen. Dafür ist ein entsprechend ausgestattetes Gerätehaus unabdingbar.“ Maurer erinnerte daran: „Ein modernes technisches Equipment und eine zeitgemäße Unterbringung sind nur die eine Seite einer effektiven und qualitativ guten Aufgabenerfüllung. Die andere Seite sind die Menschen, die die Technik bedienen, die Fahrzeuge steuern und sich in den Gerätehäusern aufhalten. Ohne die Kameradinnen und Kameraden funktionieren die besten und teuersten Geräte nicht. Sie sind es, die im Mittelpunkt einer leistungsfähigen Feuerwehr stehen.

Das ist das neue Gerätehaus mit Fahrzeughalle für die Löschgruppe Ophoven.

Das ist das neue Gerätehaus mit Fahrzeughalle für die Löschgruppe Ophoven.

Foto: Löschgruppe Ophoven

Holger Röthling, Wassenbergs Wehrleiter, blickte kurz zurück auf das alte Gerätehaus, das längst nicht mehr den zeitgemäßen Standards entsprach und das auch die Vorgaben der Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr erfüllte. Bei all den guten Plänen, in die auch die Feuerwehr eingebunden war, stellte sich die Frage: Wohin mit der Löschgruppe in der Zeit des Baus? Kostenpflichtiger Inhalt Und da kam die Familie des Löschgruppenführers Stefan Woltery ins Spiel, die alle Hebel in Bewegung setzte und für das Provisorium sorgte. „Die Löschgruppe hat die lange Zeit ohne Klagen hingenommen, hat Situationen gemeistert, in denen etwa der Löschwassertank einzufrieren drohte.“

Die Grüße von Landrat Stephan Pusch, Kreisbrandmeister Klaus Bodden und den 3050 freiwilligen Feuerwehrleuten im Kreis Heinsberg überbrachte stellvertretender Kreisbrandmeister Günter Paulzen. Ausdauer sichere Erfolg, sagte er in Anlehnung eines Zitats des russischen Schriftstellers Tolstoi, diese Ausdauer hätten die Ophovener bewiesen. „Eine Feuerwehr lebt vom Geist, Einsatzwillen, lebt für den Dienst am Nächsten“, so Paulzen weiter. Die Schlüsselübergabe sehe er mit Stolz, im Neubau sehe er zusätzlich eine deutliche Verbesserung der Schlagkraft der Feuerwehr.

Dass die Einweihung und Einsegnung des Gerätehauses auch für den ganzen Ort von großer Bedeutung sei, stellte Ortsvorsteher Ingo Caron heraus. „Ich habe Respekt für das, was ihr auf euch genommen habt“, sagte er an die Wehrleute gerichtet. „Wenn man die Räume betritt, fühlt man das Engagement der Feuerwehr.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort