Tagebau Garzweiler Kreis Heinsberg warnt vor Grundwasserproblemen

Kreis Heinsberg · Durch den Kohleausstieg 2030 bleiben viele offene Fragen. Der Heinsberger Kreistag hat nun ein Positonspapier verabschiedet und stellt klare Forderungen.

 Blick in den Tagebau Garzweiler II. Wenn die riesige Grube nicht mehr betrieben wird, befürchten Experten Schäden für das Grundwasser.

Blick in den Tagebau Garzweiler II. Wenn die riesige Grube nicht mehr betrieben wird, befürchten Experten Schäden für das Grundwasser.

Foto: dpa/Federico Gambarini

(cpas) Der Kreis Heinsberg hat seiner Sorge über die unklare Grundwasser-Situation nach dem voraussichtlichen Braunkohle-Ausstieg im Jahr 2030 Nachdruck verliehen. In einem Positionspapier, das der Kreistag einstimmig verabschiedete, fordert der Kreis die Bundes- und Landesregierung auf, für eine sichere Wasserversorgung Sorge zu tragen und ein „wasserwirtschaftliches Gesamtmanagement“ zu entwickeln. Das Positionspapier ist an die Heinsberger Abgeordneten in Land- und Bundestag sowie die zuständigen Minister geschickt worden.

Zentraler Punkt des Papiers sind neun Forderungen, die der Kreis stellt. Zwar sei der Schritt zu einem deutlich früheren Kohleausstieg zu begrüßen, doch müsse er unter den richtigen Voraussetzungen stattfinden. Unter anderem wird die Resolution des Naturparks Schwalm-Nette unterstützt, der bereits auf die möglicherweise gravierenden Auswirkungen einer Grundwasserabsenkung hinwies. Schutz und Erhalt der Naturräume sei einst die Voraussetzung für die Genehmigung des Braunkohleplans gewesen, hatte Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann schon im Februar im Umweltausschuss erklärt.

Im Positionspapier heißt es: „Es darf nicht zu einem Abwägungsprozess hinsichtlich der menschlichen Lebensgrundlagen in der Region kommen.“ Der Kohleausstieg dürfe nicht dazu führen, dass die Lebensgrundlage Wasser in der Region verloren gehe.

Zudem fordert der Kreis schnell konkrete Pläne, wie genau die Pipeline, die nach dem Tagebauende Rheinwasser in die Grube leiten soll, und die entsprechenden Aufbereitungsanlagen funktionieren sollen. Derzeit sei „nicht beurteilbar“, wie das Restloch Garzweiler II verfüllt werden soll.

Diese Forderungen würden alle auch für den Tagebau Inden gelten, heißt es. Hier sei insbesondere die Wasserentnahme aus der Rur zu klären.

Wichtig sei zudem, dass „zu jedem künftigen Zeitpunkt ausreichende finanzielle Mittel“ für die Abdeckung möglicher Folgeschäden des Tagebaus zur Verfügung stünden.

Die Politiker begrüßten vor allem die Tatsache, dass ein gemeinsamer Entschluss entwickelt wurde. „Wir senden damit eine eindeutige Botschaft, wie es auch schon Mönchengladbach und Viersen getan haben“, sagte Ferdinand Schmitz von der CDU. „Das ist ein Thema, das auch noch die nächsten 20 Kreistage nach uns beschäftigen wird.“ Die Tagebau-Folgen würden schließlich noch viele Jahrzehnte spürbar bleiben.

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