Solingen: Neubaupläne liegen weiter auf Eis

Solinger Software-Entwickler auf Standort-Suche: Instana-Umzug nach Hackhausen geplatzt

Der Software-Entwickler sucht weiter ein passendes Gebäude in Ohligs. Hackhausen 15 sei letztlich nicht die richtige Immobilie gewesen.

Die leistungsfähige Datenleitung war schon gelegt, die Remise von Haus Hackhausen für einen Umbau vorbereitet. Aber die rund vier Monate alte Ankündigung von Instana-Chef Mirko Novakovic, Mieter bei Prof. Coordt von Mannstein werden zu wollen, führte zu keinem Umzug: Instana nutzt weiter, wie schon seit Anfang 2018, drei Büros bei Ebbtron an der Dunkelnberger Straße.

Dort arbeiten 30 der mehr als 100 Instana-Beschäftigten. Der Mietvertrag läuft bis Ende dieses Jahres. „Wir wollen in Solingen bleiben und suchen geeignete Immobilien in Ohligs“, sagt Novakovic. „Wir müssen bis Ende des Jahres eine Lösung gefunden haben, und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch schaffen.“

Hackhausen 15 sei „am Ende einfach nicht die richtige Immobilie für uns“ gewesen, kommentiert der gebürtige Solinger, der im Januar 2018 zunächst Pläne für einen Neubau an der Sauerbreystraße vorgestellt hatte. Am Anfang des Planetenwegs und in Nachbarschaft zur codecentric-Zentrale sollte der viergeschossige Neubau „New Forge“ entstehen. In ihn wollten der Instana-Geschäftsführer und drei Partner rund zwei Millionen Euro investieren und eine „Art Inkubator“ für Start-ups aus der IT-Branche schaffen.

Davon hat das Quartett aber Abstand genommen. Novakovic: „Selber neu zu bauen ist bei den aktuellen Baukosten in Ohligs nicht möglich. Die Mieten für Gewerbeflächen sind momentan im Vergleich zu den Baukosten viel zu niedrig.“ Auch bei codecentric, das Novakovic 2005 mit ins Leben gerufen hatte und bei dem er weiter Gesellschafter ist, fiel noch keine Entscheidung für eine zweite Bauphase. Man erforsche noch, was sich die Mitarbeiter wünschten – etwa ein Fitness-Studio oder einen Kindergarten, hatte Vorstand Michael Hochgürtel Ende November erklärt.

Auch Mirko Novakovic hatte mehrfach betont, dass man IT-Experten etwas bieten müsse, um sie an Solingen zu binden. Mehr gastronomische Vielfalt war einer der Punkte. Für den studierten Informatiker ist es ein Spagat: Er engagiert sich für seinen Heimatort, muss aber weltweit handeln. Die 57 Millionen Dollar, die das Unternehmen in drei Finanzierungsrunden einsammelte, kamen unter anderem von Facebook-Investoren. In Pressemitteilungen des 2015 gegründeten Unternehmens wird Solingen meistens erst nach San Mateo in Kalifornien genannt; bei den Kontaktadressen steht die Klingenstadt neben Chicago; die Programmierer sitzen in rund 20 Ländern. Sie arbeiten an Programmen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz andere Software überwachen. Auf der Kundenliste stehen unter anderem Douglas, DriveNow und Rewe.

„Wir werden mit Instana weiter wachsen – auch am Standort Solingen“, verspricht Novakovic. „Und Ebbtron wird uns erst einmal weitere Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.“

Für Haus Hackhausen sucht Coordt von Mannstein eine Lösung, die dem Anwesen entspricht: „Ein Ort der Inspiration, in dem sich Wertschöpfungsnetzwerke entwickeln lassen. Die verkehrstechnisch günstige Lage, dicht an der B 229, hat schon immer Mitarbeiter aus den Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln angezogen.“

Der Universitätsprofessor für visuelle Kommunikation ist mit seiner Firma von Mannstein Concept Design unter anderem für das gestalterische Konzept der Bewerbung der Olympischen Spiele „Rhein Ruhr City 2032“ tätig.

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