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Kommunalwahl Solingen: Tim Kurzbach jetzt auch offiziell OB-Kandidat

Kommunalwahl in Solingen : Kurzbach jetzt auch offiziell OB-Kandidat

Ohne Gegenstimme schickten SPD und Grüne den Amtsinhaber erneut ins Rennen um das höchste Amt der Stadt. Die Sozialdemokraten stellten am Samstag im Theater zudem ihre Ratsliste auf. Überraschungen blieben aus.

Er musste sich ungewohnt kurzfassen. Um die Veranstaltung im Pina-Bausch-Saal des Theaters nicht unnötig in die Länge zu ziehen, umriss Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in wenigen Minuten seine zentralen Wahlkampfthemen – von Investitionen in Bildung und Digitalisierung über eine Stadtentwicklung mit „mehr Begegnungsräumen“ bis zur Verkehrswende mit höherer Priorität für Rad- und Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr. „Tim ist der Richtige“, beschwor Juliane Hilbricht – auf der Ratsliste der Solinger Grünen zur Kommunalwahl auf Platz eins – ihre Parteifreunde beinahe mantraartig.

Nötig wären all diese Reden freilich nicht gewesen. Denn Gegenwind hatte Kurzbach ohnehin keinen zu befürchten. Schließlich hatten sich Sozialdemokraten und Grüne bereits zuletzt geschlossen hinter ihren gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidaten gestellt. Die offizielle Kür in der Aufstellungskonferenz am Samstag war daher im Grunde eine Formalität. Und so stimmten von 98 anwesenden SPD-Mitgliedern 96 für den Amtsinhaber bei zwei ungültigen Stimmen, 29 von 30 Grünen votierten bei einer Enthaltung mit „Ja“. Für letztere war die Konferenz nach einer guten Stunde schon vorbei.

Die Sozialdemokraten hingegen hielt es noch länger im luftig besetzten Theatersaal. Sie mussten noch ihre Kandidaten für Rat und Bezirksvertretungen durchwinken. Und das taten sie ohne Aussprache oder nennenswerte Nebengeräusche. Die Kandidatenliste bilde die Stadtgesellschaft ab, bilanzierte der Solinger SPD-Vorsitzende Josef Neumann, der auf der Vorbühne des Theatersaals Platz genommen hatte.

Tim Kurzbach ergatterte auch bei der Aufstellung der Wahlkreis-Kandidaten und der Reserveliste 100 Prozent der Stimmen. Satte Zustimmung als Ratskandidaten erfuhren auch die Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz (96 Prozent) und Bürgermeister Ernst Lauterjung (100 Prozent). Am schwächsten schnitt Richard Schmidt ab (84 Prozent als Wahlkreis-Kandidat). Der Bezirksvertretung wird der aktuelle Bezirksbürgermeister von Solingen-Mitte nach der Kommunalwahl im Herbst nicht mehr angehören: Heike Neundörfer steht auf Platz eins der Liste für den Stadtteil. Erneut ins Rennen gehen wiederum die amtierenden Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (Gräfrath), Birgit Zeier (Wald) und Axel Birkenbeul (Burg/Höhscheid).

Die angemeldeten Teilnehmer der Veranstaltung verteilten sich über den ganzen Saal. Jeweils eine Reihe sowie mehrere Plätze zwischen den Gästen mussten frei bleiben. Abgestimmt wurde vom Platz aus. Immer, wenn Wahlhelfer durch die Reihen gingen, legten die Besucher ihre Mund-Nasen-Masken an. Als die Veranstaltung sich um die Mittagszeit dem Ende entgegenneigte, gab es schließlich doch noch eine Kampfabstimmung: Neuling Martin Schlücking eroberte Platz eins auf der Kandidatenliste für die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid mit 17 zu 14 Stimmen gegen den 2. stellvertretenden Bezirksbürgermeister Axel Schultz.