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Solingen: NWS bleibt mit Teilbereichen weiter in der Klingenstadt

Werkzeughersteller aus der Klingenstadt : NWS: „Kehren Solingen nicht den Rücken“

Der Werkzeughersteller NWS will insbesondere die Logistik in die Nachbarstadt Haan verlagern. Der kaufmännische Bereich bleibt dennoch weiter in Solingen, versichert Geschäftsführer Thomas Küll.

Eine Komplettverlagerung des Werkzeugherstellers NWS von Solingen nach Haan schließt Geschäftsführer Thomas Küll aus. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Küll mit Blick auf den neuen, möglichen Standort in Haan, dass dort insbesondere die Logistik und die Konfektionierung der Waren beziehungsweise Produkte erfolgen solle. Zunächst müsse aber abgewartet werden, ob der Haupt- und Finanzausschuss in der Nachbarstadt am 9. Juni dem Verkauf des alten Hagebaumarkt-Gelände an der Böttingerstraße an NWS zustimmt.

Der Haaner Stadtentwicklungsausschuss hatte eine Abstimmung jetzt verschoben, nachdem die Grün Alternative Liste (GAL), die vor der NWS-Präsentation eigentlich das Vorhaben hatte ablehnen wollen, Beratungsbedarf anmeldete. NWS hatte bereits vor einigen Jahren ein Auge auf das Gelände in der Nähe des Bahnhofs geworfen. Damals sei das Projekt jedoch an zu hohen Preisvorstellungen gescheitert.

Hier ist man sich aber offenbar nun näher gekommen. Der Solinger Werkzeughersteller schaut zuversichtlich auf den 9. Juni und versichert: „Wir werden grundsätzlich Solingen aber nicht den Rücken kehren“, so Thomas Küll. Vielmehr solle unter anderem der kaufmännische Bereich an der Röntgenstraße in Wald bleiben. Ebenso die Endkontrolle der in den beiden Thüringer Werken hergestellten Werkzeuge.

„Wir beschäftigen insgesamt 130 Mitarbeiter. Rund 50 davon arbeiten in Solingen. Allein 20 bis 25 Beschäftigte entfallen auf den kaufmännischen Bereich“, sagt der Geschäftsführer. Er kündigt zudem an, sollte das Geschäft mit Haan klappen, auch weiter mit Solinger Vorlieferanten zusammenzuarbeiten. „Wir brauchten jetzt kurzfristig eine Alternative“, sagt Thomas Küll mit Blick auf Erweiterungsmöglicheiten.

Zumal am Standort Wald – NWS wurde 1973 in Solingen gegründet – nach Angaben des Geschäftsführers keine Erweiterung möglich sei. Zum Teil sei man dort in angemieteten Flächen. „Wir haben auch lange mit der Solinger Wirtschaftsförderung geredet. Angeboten wurde uns das Gebiet Fürkeltrath I in Gräfrath. Das hätten wir gerne komplett haben wollen. Doch als wir uns entschieden haben, war die Hälfte des Geländes schon verkauft“, erklärt der NWS-Geschäftsführer.

Die Wirtschaftsförderung Solingen bestätigt, NWS ein Grundstück in Fürkeltrath I angeboten zu haben. „Vor drei Jahren schon“, sagt Geschäftsführer Frank Balkenhol. Er bedauert, dass das Geschäft nicht zustande gekommen ist. Wichtig sei, dass die NWS-Arbeitsplätze erhalten bleiben – in Solingen und künftig wohl auch in Haan.

Neben den beiden Standorten in Steinbach-Hallenberg und in Schwarza in Thüringen hätte NWS künftig mit Solingen und Haan insgesamt vier Standorte. „Eine Vier-Standort-Politik macht aber keinen Sinn“, sagt Thomas Küll. Es werde wohl darauf hinauslaufen, die beiden nahe gelegenen Thüringer Standorte zu einem zusammenzufassen. „Ein Endkonzept haben wir aber noch nicht in trockenen Tüchern. Wir warten zunächst auf grünes Licht aus Haan“, sagt der NWS-Geschäftsführer.

NWS ist ein Hersteller hochwertiger Handwerkzeuge. Zahlreiche Patente auf Zangen in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen zeugen von der Innovationskraft des Unternehmens.