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Landgericht Wuppertal: Mann aus Solingen muss über zwei Jahre in Haft

Nicht vor Gericht erschienen : Solinger muss für zwei Jahre und drei Monate in Haft

Der 28-Jährige ist zu seinem Berufungstermin vor dem Landgericht Wuppertal nicht erschienen. Zu Last gelegt werden ihm Raub und gefährliche Körperverletzung. Die Tat verübte er an einen Bekannten.

Kommt ein Angeklagter nicht zu seiner Berufungsverhandlung, wird üblicherweise noch ein Viertelstündchen gewartet, bevor die Sache zu seinem Nachteil zu den Akten gelegt wird. Inmitten der derzeitigen Corona-Lage macht das auch deshalb Sinn, weil man zuweilen von langen Warteschlangen vor dem Gerichtsgebäude aufgehalten wird. Eine solche Wartezeit in der Verhandlung vor dem Wuppertaler Landgericht gegen einen 28-jährigen Solinger nutzten die dort anwesenden Prozessbeteiligten nun zu einem informativen Austausch über all das, was die Pandemie in Sachen Justiz so mit sich bringt.

Nachdem der Angeklagte auch nach einer Viertelstunde nicht aufzufinden war, wurde dessen Berufung verworfen. Die zuvor vom Amtsgericht wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung gegen ihn verhängten zwei Jahre und drei Monate Haft wird er nun wohl absitzen müssen. Eingebrockt hatte er sich die Strafe nach einem Abend in der Wohnung eines Bekannten, der am Ende vollends aus dem Ruder gelaufen zu sein scheint. Dorthin gekommen war der Angeklagte eigentlich nur, um ein Busticket zurückzugeben.

Gemeinsam mit einem Freund soll er eine Flasche Schnaps geleert haben, bevor man reichlich angetrunken im Caspersbroicher Weg aufschlug. Dort angekommen, hatte es sich der Angeklagte anders überlegt – er wolle nun doch lieber mit dem Busticket zur Freundin nach Hagen fahren. Dazu sollte der Bekannte auch noch Bargeld rausrücken. Als der sich weigerte, schlug der Angeklagte ihm mit der Faust ins Gesicht.

Weil ihn der Hunger plagte, bediente er sich auch gleich noch am Kühlschrank des Opfers. Angeblich soll ihm der Geschlagene auch noch den Baseballschläger gestohlen haben – als die Suche danach erfolglos blieb, soll der Angeklagte erneut auf sein Opfer eingeprügelt haben. Danach soll er Shampoo in der Wohnung verteilt haben, während ein Mittäter Türen und Spiegel mit einem Farbstift beschmierte.

Nachdem sie zwei Stunden dort gewütet hatten, sollen die beiden Männer die Wohnung des Opfers verlassen haben: Mit dessen Handy und 65 Euro Bargeld. Das daraus für den Solinger nun zwei Jahre und drei Monate Haft wurden, dürfte auch daran liegen, das einschlägige Vorstrafen in das Urteil einbezogen wurden.