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Rheinberg: Jugendbauhütte fing in Rheinberg an

Ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz :  Jugendbauhütte fing in Rheinberg an

Die Denkmalschutz-Einrichtung NRW-Rheinland wurde vor 20 Jahren gegründet. Ihren Sitz hatte sie in den ersten Jahren am Innenwall.

Jugendlichen einen im wahrsten Wortsinn begreifbaren Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen und gleichzeitig einen wichtigen Impuls für die Berufswahl zu geben – das waren Anliegen der ersten Jugendbauhütte, die 1999 in Quedlinburg gegründet wurde. Das Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz war ein Erfolg und eroberte von Sachsen-Anhalt aus ganz Deutschland. Und kam schließlich auch nach Rheinberg: Im September 2001 als „Jugendbauhütte Rheinberg-Raesfeld“ gegründet, feiert die Jugendbauhütte NRW-Rheinland, wie sie seit 2016 heißt, in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.

Im Rahmen eines Empfangs des Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Prof. Gottfried Kiesow, wurde die Jugendbauhütte Rheinberg-Raesfeld am 30. Januar 2002 in der Alten Kellnerei der Öffentlichkeit vorgestellt. Der erste Impuls für die Einrichtung einer solchen Jugendbauhütte im Rheinland kam von Prof. Udo Mainzer, Landeskonservator für das Rheinland a. D. Nachdem er seinerzeit den Geschäftsführer der Jugendbauhütten Norbert Heinen von seiner Idee einer Jugendbauhütte fürs Rheinland überzeugt hatte, nutzte er auf der Suche nach geeigneten Partnern sein weitreichendes Netzwerk. Rasch hatte er in der damaligen Rheinberger Kulturamtsleiterin Vera Thuleweit, die auch die Untere Denkmalbehörde leitete, eine engagierte Unterstützerin für das Projekt gewonnen. Sie gab damals das Signal, das da lautete: Die Stadt Rheinberg ist dabei!

 Junge Denkmalschützer der Jugendbauhütte NRW-Rheinland bearbeiten ein Kirchenfenster
Junge Denkmalschützer der Jugendbauhütte NRW-Rheinland bearbeiten ein Kirchenfenster Foto: Stiftung Denkmalschutz
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Eine weitere prominente Mitstreiterin fand Prof. Mainzer in Christiane Underberg, Geschäftsführerin des traditionsreichen Magenbitter-Unternehmens. Sie war nicht nur als mögliche Sponsorin angefragt, sondern vor allem in ihrer damaligen Position als Vorsitzende des Xantener Dombauvereins. So kam Bewegung in die Sache. „Noch 2001 wurde dann schließlich das Büro in Rheinberg am Innenwall eingerichtet. Die Leitung hatte damals Eva Wissing“, berichtet Uwe Steinberger, Leiter der Jugendbauhütte NRW-Rheinland. Der erste Jahrgang 2001/02 startete mit zwölf Teilnehmern in den Freiwilligendienst.

In direkter Nachbarschaft zu Rheinberg gelegen, boten sich die Dombauhütte Xanten sowie auch der LVR Archäologische Park Xanten (APX) als Einsatzstellen für eine Jugendbauhütte geradezu an. Dort erhalten sie Einblick in besondere historische Handwerkstechniken und moderne Konservierungsmöglichkeiten. An der Dombauhütte haben bis heute 25 junge Menschen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert.

Darüber hinaus gab es in Rheinberg und Umgebung noch weitere spannende Einsatzorte für die FSJler im Denkmalschutz. „Einen Platz bot die bei der Stadt Rheinberg angesiedelte Untere Denkmalbehörde“, weiß Steinberger. Und in Zusammenarbeit mit dem Rheinberger Architekten Dette Ecker haben Jugendliche im Rahmen des FSJ in der Denkmalpflege bei der Restaurierung der alten Lohmühle in Baerl mitgewirkt. „Die Einsatzorte hatten einfach viel Strahlkraft und zogen sicher Bewerber aus der gesamten Region an“, betont Uwe Steinberger.

Bis 2003 – also zwei Jahre – war die Jugendbauhütte Rheinberg-Raesfeld am Innenwall ansässig, bevor der Standort nach Duisburg verlegt wurde. „Möglicherweise, weil sich die hiesige Jugendbauhütte auf die Industriedenkmalpflege konzentriert hatte“, vermutet der heutige Leiter der Jugendbauhütte NRW-Rheinland.

(nmb)