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Rheinberg: VHS-Vortragsreihe über deutsche Literatur im Exil

Leseabende der VHS mit Siegfried Zilske in Rheinberg : Vorträge über Literatur im Exil

Siegried Zilske setzt VHS-Reihe im Rheinberger Stadthaus an fünf Lese-Abenden fort. Der ehemalige Leiter des Kamp-Lintforter Gymnasiums befasst sich diesmal unter anderem mit Heinrich Heine, der Familie Mann und Vicki Baum.

Unter dem Titel „Denk ich an Deutschland“ - Deutsche Literatur im Exil (vor allem von 1933 bis 1945) beleuchtet Siegfried Zilske im Rahmen seiner traditionellen VHS-Vortragsreihe Leben und Wirken von Schriftstellern, die aus politischen Gründen aus Deutschland vertrieben wurden. Die gebührenfreie VHS-Vortragsreihe findet vom 4. November an (bis zum 2. Dezember) an fünf Abenden, jeweils donnerstags um 19.30 Uhr in Raum 136 des Stadthauses statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; die Teilnehmer und Teilnehmerinnen – es gelten für alle die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln – sollten lediglich Neugier auf unterhaltsame und vielgestaltige Lesestücke mitbringen.

Den Auftakt – und einzige Ausnahme in der Reihe der vom NS-Regime vertriebenen Autoren – bildet Heinrich Heine („Wintermärchen“), der als Schriftsteller des frühen 19. Jahrhunderts aufgrund seiner politischen Ideen ins Exil geflohen ist. „Eine Reminiszenz an einen großen Klassiker, außerdem ist sein Wintermärchen ein wunderbarer Text, den ich immer schon thematisieren wollte“, gibt Siegfried Zilske schmunzelnd zu.

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Vorgestellt werden Stefan Heym als Wanderer zwischen West und Ost sowie die „starken Frauen“ Anna Seghers („Das siebte Kreuz“) und Vicki Baum („Hotel Shanghai“). Auch geht es um die Familie von Thomas Mann und seinen Roman der Emigration „Joseph und seine Brüder“. Aber auch Manns Ehefrau Katia sowie den Kindern Erika und Klaus Mann widmet sich Zilske in seiner Vortragsreihe.

Durch Power-Point-Präsentationen und Lesungen soll in die Erzählweise und Sprache der ausgewählten Bücher, aber auch in Leben und Schaffen der Autoren in ihrer Zeit eingeführt werden.

Mit der Vorstellung des Werkes von Günter Grass leitete Siegfried Zilske 2015 seine Leseabende ein. Es folgten unter anderem Lesereihen zu Thomas Mann (2016), den Romanen des 21. Jahrhunderts (2017) und – anlässlich dessen 100. Geburtstags – zu Heinrich Böll (ebenfalls 2017). Nachdem die Lese- und Vortragsreihe 2020 coronabedingt ausfallen musste, setzt Siegfried Zilske mit dem diesjährigen Thema den Wunsch der Teilnehmer der Lesereihe 2019 (Literatur der Weimarer Republik) um.

Den Anstoß für die VHS-Lesereihe gaben übrigens die Ruhrfestspiele Recklinghausen. „In einer Matinee wurden dort eine Stunde lang Texte vorgelesen, denen man dann konzentriert lauschen konnte“, berichtet Zilske. Das Format habe er aufgegriffen und angepasst. Waren es anfänglich etwa sechs Teilnehmer, freut sich der ehemalige Lehrer mittlerweile über eine Zuhörerschaft von etwa 15 Besuchern.

(nmb)