Fußball : Der "Elfmeter-Killer"

Aufgefallen Normalerweise sind Strafstöße im Fußball eine recht sichere Angelegenheit – für den Schützen. Nicht aber, wenn Dustin Gottlebe im Tor steht. Der Keeper des Oberligisten SV Uedesheim ist ein Meister seines Fachs.

Dustin Gottlebe ist auf dem besten Weg, ein Hit auf YouTube zu werden. Das Internet-Videoportal visualisiert unter dem Stichwort "Elfmeter-Killer" die Heldentaten des beim Fußball-Oberligisten SV Uedesheim beschäftigten Torhüters. In der vergangenen Saison parierte er auf dem Weg zum Meistertitel alle drei gegen seine Mannschaft verhängten Strafstöße, dazu irritierte er im Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf den Schützen Karim Aouadhi offenbar so gekonnt, dass der Profi den Ball vom Punkt an die Latte nagelte.

Auch in dieser Spielzeit bissen sich an dem 28-Jährigen schon der Wülfrather Engin Kizilarslan und Speldorfs Anil Ozan die Zähne aus. Dabei braucht er im Gegensatz zu Jens Lehmann bei seinen Paraden im WM-Viertelfinale 2006 gegen die Argentinier Roberto Ayala und Esteban Cambiasso keinen Spickzettel zur Ablenkung. Dass er fast immer in die richtige Ecke springt, hat natürlich auch mit Glück zu tun, aber eben nicht nur. Nach seinem Erfolgsgeheimnis gefragt, mauert der ansonsten nicht auf den Mund gefallene Keeper jedoch. Nur soviel: Auf den richtigen Weg habe ihn der seit dieser Saison für den TSV Norf kickende Ex-Teamkollege Ben Gencer gebracht. Der Vollblutstürmer kennt als ausgewiesener Fachmann in Sachen Torschuss schließlich fast alle Tricks, "und er hat mir echt gute Tipps gegeben, wo ich beim Schützen drauf achten muss". Darum ergeht an seine Mannschaftskameraden der keineswegs ernst gemeinte Rat, im Notfall lieber einen Elfmeter zu verursachen als die Torchance aus dem Spiel heraus zuzulassen.

Auf unfaire Mittel müsste der "Elfmeter-Killer", der sich in seiner Rolle als stolzer Familienvater ohnehin viel wohler fühlt, gar nicht zurückgreifen, denn er ist in jeder Beziehung ein Meister seines Fachs. In der vergangenen Saison kassierte er in 32 Spielen gerade mal 21 Treffer, vor heimischem Publikum waren es sogar nur vier. Die regelmäßigen Heldentaten in den Elfmeter-Duellen sieht sein Coach Ingmar Putz darum nüchtern: "Dafür haben wir ihn ja."

Er dürfte ziemlich froh sein, dass es sein Schützling nicht so hält wie der Argentinier Sergio Goycochea, einer der letzten großen Elfmeter-Killer. Der Schlüssel zu seinem Erfolg, verrät er auf FIFA.com, liege "in einer guten Sprungkraft, viel Intuition und natürlich auch ein wenig Glück". Außerdem setzte der Torhüter auf ein kleines Ritual vor jeder Partie: Von seinen Mitspielern abgeschirmt urinierte er im Mittelkreis des Spielfeldes. Igitt, Igitt!

(NGZ)