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Korschenbroich: Überalterung: Wanderfreunde lösen ihren Verein auf

Korschenbroich : Überalterung: Wanderfreunde lösen ihren Verein auf

Am 11. April 1975 hatten 19 Männer und Frauen den Verein Heimat- und Wanderfreunde Korschenbroich gegründet – rund 50 Mitglieder besiegelten am Sonntag bei der Mitgliederversammlung in der Gaststätte Oedinger dessen Ende.

Am 11. April 1975 hatten 19 Männer und Frauen den Verein Heimat- und Wanderfreunde Korschenbroich gegründet — rund 50 Mitglieder besiegelten am Sonntag bei der Mitgliederversammlung in der Gaststätte Oedinger dessen Ende.

"Alle Aktivitäten, die wir für dieses Jahr geplant haben, werden aber noch durchgeführt", sagte der zweite Vorsitzende Hermann Pollmann. "Aber im folgenden Jahr kommt nichts mehr." Das letzte Vereinstreffen, zu dem die insgesamt 89 Wanderfreunde eingeladen sind, wird dann wohl die Weihnachtsfeier am Samstag, 8. Dezember sein.

Keinen Vorsitzenden gefunden

"Der Verein schrumpft zusehends", nannte Hermann Pollmann einen der Gründe, die jetzt zum endgültigen Aus geführt haben. Darüber hinaus sei die Altersstruktur sehr hoch: "Das Durchschnittsalter liegt bei 76 Jahren." Ein weiteres Problem: Seit im Oktober 2011 der damalige erste Vorsitzende aus persönlichen Gründen zurückgetreten war, ist dieses Amt nicht erneut besetzt worden. Laut Satzung müsse der Verein einen geschäftsführenden Vorstand haben, der aus drei Personen bestehe, erklärte Pollmann — das sei derzeit aber nicht der Fall.

Einen Nachfolger suchten die Wanderfreunde schon bei ihrer Mitgliederversammlung im März diesen Jahres vergebens. Hermann Pollmann leitet seither die Geschäfte kommissarisch, selbst wollte er den Vorsitz aber nicht übernehmen. Dafür fühle er sich zu alt, begründet er seine Entscheidung.

Die Mitglieder wählten ihn Sonntag nun auch noch zum Liquidator, ebenso wie Schriftführerin Josefine Hermann und Kassiererin Brigitte Nierwetberg. Die Drei werden also alles erledigen, was getan werden muss, um den Verein aufzulösen — sich mit dem Notar treffen, zum Beispiel.

Hermann Pollman klärte am Sonntag auch "die Geldfrage", wie er es nannte. Rund 3900 Euro befinden sich derzeit in der Vereinskasse, davon müssen noch anstehende Bustouren, Wanderungen und Feiern bezahlt werden, außerdem der Notar und die Haftpflichtversicherung. "Es bleiben vermutlich etwa 400 Euro übrig", sagte der stellvertretende Vorsitzende. "Laut unserer Satzung sind sie an die Stadt Korschenbroich zu überweisen", denn die Stadt sei darin als "Anfallberechtigter" angegeben.

(NGZ/ac)