Jüchen : Zwei Freundinnen in Neuseeland

Luzia Niedermeier, Abiturientin aus Herberath, und ihre Freundin Larissa Kahler erfüllten sich einen Traum: Sie verbrachten ein Jahr allein in Neuseeland, erkundeten Nord- und Südinsel und arbeiteten dort.

Luzia Niedermeier hat sich mit 20 Jahren einen Traum erfüllt: Mit ihrer Freundin Larissa Kahler tauschte die Abiturientin das beschauliche Herberath gegen ein Jahr in Neuseeland. Obwohl der Kulturschock gar nicht so groß gewesen sei: "Neuseeland ist eigentlich ein einziges großes Dorf und noch recht beschaulich. Und Weiden und Kühe gibt es dort ebenso wie in Herberath." In einer Großstadt wäre der Unterschied wohl größer gewesen.

Nette Menschen und viel Natur

Einmal eine Weltreise unternehmen, fremde Kulturen kennenlernen: Das haben die beiden Jugendlichen bereits seit der fünften Klasse vorgehabt. "Davon haben wir immer wieder gesprochen", erinnert sich Luzia Niedermeier. Bald war ihnen klar: Nur Urlaub – das funktioniert nicht, denn der Aufenthalt im Ausland musste finanziert werden. Zunächst sparten die beiden Jüchenerinnen und planten zudem, im Ausland zu arbeiten. Ihr Ziel sollte, wegen der bereits vorhandenen guten Englisch-Kenntnisse, im englischsprachigen Ausland liegen. "Wir schwankten zwischen Australien und Neuseeland", erzählt Luzia Niedermeier. Da ihre Cousine seit vier Jahren in Hamilton auf der Nordinsel studierte, fiel die Entscheidung rasch für den Ort, an dem auch die "Herr der Ringe"-Trilogie gedreht wurde.

Luzia Niedermeier und Larissa Kahler können jetzt bestätigen: "Es sieht dort wirklich so aus." Die krassen Landschaftswechsel innerhalb nur einer halben Stunde hätten sie fasziniert: "Eben dachte man noch, in Irland zu sein – kurz danach war man an einem der schönsten Strände. Organisiert haben sie ihren Aufenthalt ohne eine Vermittlungsagentur. Gearbeitet haben sie etwa in einem Imbiss als Kellnerin, in einer Bäckerei und als Küchenhilfe. Larissa Kahler musste zunächst pausieren – sie brach sich kurz nach der Ankunft den Fuß.

"Wir haben sehr viel vom Land gesehen", erzählt die Herberatherin. Am schönsten seien die Erlebnisse fernab der touristischen Ziele gewesen. Manchmal hätten sie auch Glück gehabt: Für eine verbotene Übernachtung im Auto mussten sie 200 Dollar ("Für Backpacker viel Geld") Strafe zahlen, lernten dort aber ein britisches Ehepaar kennen, das ihnen eine schöne Unterkunft vermietete – und fanden direkt zwei Jobs. "Ich glaube, wir würden es genau so wieder machen", meint Luzia Niedermeier. Die Neuseeländer hat sie als "sehr locker und freundlich erlebt, auch am Arbeitsplatz."

Auf ihre Rückkehr hat sie sich dennoch gefreut: "Ich habe meine Muttersprache vermisst. Manches lässt sich darin besser ausdrücken." Jetzt geht es für sie weiter in eine richtig große Stadt – nach Berlin.

(NGZ)