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Schlechte (Wetter-)Zeiten für die Freibäder im Kreis: Badespaß-Faktor ist gleich null

Schlechte (Wetter-)Zeiten für die Freibäder im Kreis : Badespaß-Faktor ist gleich null

Von Mareike Roszinsky

Von Mareike Roszinsky

Der heiß ersehnte Sommer lässt weiter auf sich warten. Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter dicken, grauen Wolken. Schlechte Zeiten für die Freibäder im Kreis Neuss, denn der Badespaß-Faktor ist bei dieser Witterung gleich null. Statt den neuen Bikini vorführen zu können, wird der Regenschirm gezückt. Kein Wunder also, dass die Besucherzahlen in den Freibädern bis jetzt deutlich unter denen des Vorjahres liegen. Ein hartgesottener Schwimmer zieht einsam seine Bahnen im Südparkbad. Keine herumtobenden Kinder, keine Nixen beim Sonnenbad. Schlechte (Wetter-)Zeiten für die Freibäder, denn bedingt durch die schlechte Witterung liegen die Besucherzahlen weit unter denen des Vorjahres. NGZ-Foto: A. Woitschützke -->

Hartgesottene Schwimmer dürfen sich freuen: Sie sind derzeit die einzigen Freibad-Besucher und können daher ungestört ihre Bahnen in den Schwimmbecken ziehen. Die Liegewiesen sind leer, die Freibäder wie ausgestorben. "Wir werden wohl bedingt durch die schlechte Witterung mit einem Defizit abschließen", schätzt Rolf Enste von den Kreiswerken Neuss. Als Bereichsleiter kümmert er sich um die beiden Naherholungsgebiete, die unter der Trägerschaft der Kreiswerke stehen, den Kaarster und den Straberger See. "Die Menschen wollen gemütlich in der Sonne liegen, braun werden und sich ab und zu im See abkühlen", weiß er.

Kein Wunder also, dass in diesem Jahr die Besucher an den beiden Badeseen ausbleiben. "Wir haben am Kaarster See bisher zirka 25.000 Besucher gezählt", so Enste. "Im vergangenen Jahr waren es knapp 70.000." Am Straberger See sieht es ähnlich aus. Dort badeten bisher rund 8.000 Menschen, 2001 waren es dagegen etwa 25.000. "Deshalb werden wir auch in finanzieller Hinsicht mit einem Defizit abschließen müssen", meint Rolf Enste. Während in den vergangenen Jahren immer ausreichend heiße Tage für überragende Besucherzahlen sorgten, stehen rund vier Wochen vor Ende der Freibad-Saison nur zwei Toptage zu Buche. "Der 28. Juli war mit über 34 Grad Celsius der heißeste Tag", sagt der Bereichsleiter.

"An diesem Tag kamen über 6.000 Besucher an den Kaarster See und noch einmal halb so viele an den Straberger See." Der 28. Juli blieb bisher die Ausnahme; die Sonne versteckt sich im August weiterhin hinter Regenwolken. Rolf Enste kann jedoch auch Positives verkünden: "Die Seen dienen in erster Linie als Naherholungsgebiete und diesen Zweck erfüllen sie auch bei weniger gutem Wetter." Zudem kämen verstärkt Besucher aus Düsseldorf zum Kaarster See, die den neuen Anschluss der Regio-Bahn nutzen würden. "Außerdem ist die Wasserqualität sehr gut", so Enste. Die gleichen Sorgen plagen die Sport- und Bäderämter der Städte Neuss und Grevenbroich. "Das Jahr 2002 ist sehr schlecht, da es kaum Sonnentage gab", erklärt Friedhelm Thissen, Leiter des Sport- und Bäderamtes der Stadt Neuss. "Die Leute kommen zum Sonnenbaden und Relaxen ins Freibad. Ohne Sonnenstrahlen bleiben sie lieber zu Hause."

Allein ins Südparkbad kamen rund 27.000 Besucher weniger als im Jahr zuvor. "Bis dato haben wir zirka 53.000 Besucher gezählt", so Thissen. "Zum Vergleich: 2001 waren es zur gleichen Zeit knapp 80.000 Besucher." Auch in Grevenbroich ziehen über dem Freibad schwarze Wolken auf: Nur etwa 20.000 Besucher waren da, ließ das Sport- und Bäderamt gegenüber der NGZ verlauten. Das sind etwa 15.000 Badende weniger als in 2001. Lediglich für das Nordparkbad in Neuss sieht die Besucher-Statistik besser aus. Dort bleiben die Zahlen mit rund 35.000 Besuchern in 2002 im Gegensatz zu 37.000 Besuchern im Vorjahr nahezu konstant. "Das liegt an dem neuen Angebot für Kleinkinder und den Sportfeldern", berichtet Friedhelm Thissen. Er hofft optimistisch, dass der August wettermäßig einen Aufschwung bringt.

(NGZ)