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Schüler der Abschlussklassen fit für Berufssuche machen: Gut gewappnet für die Bewerbung

Schüler der Abschlussklassen fit für Berufssuche machen : Gut gewappnet für die Bewerbung

Von Claudia Stamm

Von Claudia Stamm

Auch in den Sommerferien schreiben viele arbeitslose Jugendliche Bewerbungen und bereiten sich auf den Job oder die Ausbildung nach der Schule vor. Das Neusser Arbeitsamt und die Welling-Wirtschaftsschule trafen Vorsorge: Das Bewerbungstraining lehrt alles über Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch. Drei Schülerinnen der Hauptschule Kaarst-Büttgen nahmen teil und sind über die Erfolge erstaunt, denn Fragen wurden beantwortet und Defizite ausgemerzt.

Viktoria, Eva und Tina (v.l.n.r.) nahmen an dem Bewerbungstraining des Arbeitsamtes und der Wirtschaftsschule teil: "Eine super Vorbereitung!" Die drei Freundinnen arbeiteten auch in den zwei Tagen an der Wirtschaftsschule an ihrer Allgemeinbildung. Sie waren besonders überrascht, als ihnen Fragen über die Länge des Zehn-Mark-Scheines und über die Fläche eines DIN-A-4-Blattes gestellt wurden. Die Schulabgängerinnen können nun zuversichtlich ihre Bewerbungsmappen abschicken und mit einem Lächeln und etwas Glück aus dem Vorstellungsgespräch herauskommen. Denn: Gut vorbereitet wurden die Schülerinnen durch das Training.

Wie lang ist ein Zehn-Mark-Schein? Wie groß ist ein DIN-A-4-Blatt? Diese oder ähnliche Fragen können bei einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Schlecht vorbereitet, kann dieses Gespräch für so manchen Bewerber zu einer Katastrophe werden. Und um dieser aus dem Weg zu gehen, nahmen Eva (17), Tina (16) und Viktoria (16) von der Hauptschule Kaarst-Büttgen an dem zweitägigen Bewerbungstraining der Neusser Wirtschaftsschule R. Welling am Marienkirchplatz 50 teil.

Ihre Schule ergriff die Initiative - und zwei freie Schultage waren inklusive. Die Teilnehmerzahl stieg auf 40 Jugendliche, die alles über den perfekten Lebenslauf, das Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch lernen wollten. Neben dem schulinternen Bewerbungstraining, lädt dieser "Crash Kursus" alle Interessenten unterschiedlicher Schulen ein, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Ulrike Nitschke. Außerdem sei es wichtig, dass der Bewerbungstrainer dem Schüler unbekannt sei. In der Schule, kritisiert sie, sei ein solches Training weniger ernst zu bewerten.

Den Lehrer kennen sie oft jahrelang. Die drei Freundinnen und ihre Klassenkameraden sahen die Vorteile und nahmen das Angebot der Wirtschaftsschule dankend an. Die Schüler meistern die tabellarische Darstellung des Lebenslaufs auf dem Computer. Und erlernen ihr Handwerk schnell: "Ich war überrascht, dass auch Hobbys, Sprachkenntnisse und Religion im Lebenslauf aufgelistet werden müssen", beschreibt Viktoria ihre lehrreichen Erfahrungen. Am nächsten Tag verfasste die Gruppe Bewerbungsschreiben.

Eva berücksichtigte die vielen kleinen und großen Erklärungen der Lehrer: "Ich musste einige Stellen mehr betonen, die Anrede musste oft persönlicher sein, und die Schrift sollte auch nicht zu groß sein". Die 17-Jährige freute sich darüber, dass die gespeicherten Daten später noch einmal von den Beratern kontrolliert wurden. Die Diskette nahm sie mit nach Hause - für spätere Bewerbungen. Erfolgreiche Schreiben sind die halbe Miete, aber das Vorstellungsgespräch ist nicht unter zu bewerten. Also bereiteten sie sich auf das Gespräch mit dem Personalleiter vor.

Nach einem obligatorischen "Small-Talk" folgte die Selbstpräsentation des Bewerbers. Ein Fragenkatalog stand den Jugendlichen zur Verfügung: Fragen zum beruflichen Werdegang, zu den beruflichen Wünschen und Vorstellungen und natürlich auch Fragen zur Partnerschaft. Sie müssen sich natürlich auch über negative Faktoren Gedanken machen: "Wir mussten immer laut und deutlich reden, Käppis sollten ausgezogen werden und der Kaugummi war verboten", zählt Tina die "Todsünden" bei einem Vorstellungsgespräch auf.

Ralf Riemer, Lehrer an der Wirtschaftsschule, ergänzt weitere Mängel: Es sei absolut falsch, "den Kopf vor und bei einem Vorstellungsgespräch zu hoch zu tragen" und bei Misserfolg "zu schnell zu resignieren". Tipps eines erfahrenen Bewerbungstrainers. Und er klärt Eva, Tina und Viktoria auf: Die Länge des Zehn-Mark-Scheins beträgt 13 Zentimeter. Ein DIN-A-4-Blatt ist 29,7 Zentimeter lang und 21 Zentimeter breit. Wer gut gewappnet zu seinem Bewerbungsgespräch gehen möchte und noch mehr Fragen dieser Art beantwortet haben möchte, sollte Kontakt zur Berufsberatung des Arbeitsamtes unter der Telefonnummer 02131/954191 aufnehmen. Die Wirtschaftsschule R. Welling bietet am 22. und 23. August, jeweils von 10 bis 15 Uhr, kostenlos ein Bewerbungstraining an.

(NGZ)