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Polizei : Diebe brechen für Klopapier Auto auf

Polizei : Diebe brechen für Klopapier Auto auf

Der Ratinger Holger Zirnig erlebt eine skurrile Corona-Geschichte. Sein Vater musste danach noch mal selbst einkaufen gehen.

Ein kurioser Einbruch im fernen Würselen brachte den Ratinger Holger Zirnig überregional ins Rampenlicht: Für zwei Packungen WC-Papier wurde sein Auto geknackt. Eine schräge Story mit Folgen.

Dabei hatte der Ratinger die gegenwärtig so begehrten Hygieneartikel nur über Nacht im Auto gelassen, um sie am folgenden Tag seinen Eltern in der Heimat mitzubringen.

Doch daraus wurde nichts. „Als ich am nächsten Morgen ins Auto steigen wollte, sah ich die eingeschlagene Seitenscheibe“, berichtet der 42-Jährige. So weit, so ärgerlich. Aber als er seinen Wagen öffnete, wurde es richtig kurios: Radio, Head-Set, Werkzeugkoffer – alles war noch drin, nur nicht das im Innenraum gelagerte Toilettenpapier.

Der weitere Verlauf war zunächst wie üblich in solchen Fällen: Die polizeiliche Tataufnahme, Anzeige gegen Unbekannt, keine konkreten Anhaltspunkte. Doch nachdem Zirnig per WhatsApp seine Freundin über den Schaden informiert und die die kuriose Nachricht in ihrem Freundeskreis verbreitet hatte, wurde das Thema plötzlich groß.

„So gelangte die Geschichte an jemanden, der beim ZDF arbeitet, woraufhin dessen Kanal es twitterte“, so Zirnig. Doch was als Nachricht vielleicht erst einmal recht lustig klang, war für den Betroffenen weniger spaßig.

„Das Auto ist beschädigt, und es ist ein unangenehmer Eingriff in die Intimsphäre“, beschreibt das Einbruchsopfer die Negativfolgen. Mehr noch: In mancher Kommentarspalte sah der Bestohlene sich sogar Hamsterkauf-Vorwürfen ausgesetzt.

Dabei war die zweite Packung WC-Papier für seine Eltern bestimmt. Und das sei am Verlust des Diebesguts das eigentlich Ärgerliche, „denn so ist mein Vater doch nochmal selbst einkaufen gegangen, was wir in Corona-Zeiten ja eigentlich vermeiden wollten“.

Der materielle Schaden hielt sich indes in Grenzen. Mit Glas vom Schrottplatz konnte der Ingenieur die zerstörte Scheibe recht kostengünstig, wenn auch mit einigem Zeitaufwand, selbst ersetzen. Auch für die gestohlenen Rollen konnte Zirnig rasch einen Ersatz ergattern.

Nur eine Frage beschäftigt ihn noch etwas: „Warum vergreift sich jemand an einem Ford Escort, Baujahr 1988, der schon von außen nicht so wirkt, als wenn da im Handschuhfach 1.000 Euro liegen? Wenn wirklich wegen des Papiers, dann auch nur deshalb, weil im Moment alle ein bisschen durchdrehen.“