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In Düsseldorf gab es eine Familienzusammenführung nach 70 Jahren

Familienzusammenführung in Düsseldorf : Corona sorgt für ein Wiedersehen nach 70 Jahren

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich Cousin und Cousine aus den Augen verloren. Eine Corona-Impfaktion führte nun zu einem Wiedersehen.

Corona hat in den letzten Monaten viele Kontakte und Begegnungen unterbunden. In einem Fall hat die Krankheit aber genau das Gegenteil bewirkt und zwei Menschen, Cousin und Cousine, nach 70 Jahren wieder zusammengeführt. Zu verdanken ist dies einem Zufall. So hat Marianne Nordbeck, geborene Krott, einen Fernsehbeitrag über impfwillige ältere Menschen des Zentrum plus der Diakonie in Kaiserswerth gesehen. Dabei wurde auch Reinhard Krott interviewt. Marianne Nordbeck erkannte ihren Cousin im Fernsehen sofort am Namen. „Aber auch die Familienähnlichkeit ist unverkennbar“, sagt sie.

Das letzte Mal hatte die 88-Jährige ihren Cousin auf dessen Erstkommunion im Jahre 1951 gesehen. Danach gab es keine Treffen mehr. Marianne Nordbecks Vater war im Krieg gestorben, der Vater von Reinhard Krott im Krieg verschollen und so der Kontakt zwischen den Familien abgebrochen.

Marianne Nordbeck heiratete, bekam Kinder und zog nach Meerbusch. An ihren Cousin dachte sie in dieser Zeit eher selten. Als ihr Mann starb, kehrte sie 2013 nach Kaiserswerth zurück, in die Nähe ihrer Tochter. Dass ihr Cousin bereits seit 1978 im Stadtteil lebte, wusste sie nicht. „Wir hätten uns auf der Straße treffen können und vermutlich nicht erkannt.“

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Nachdem Nordbeck ihren Cousin im Fernsehen gesehen hatte, war für sie die Kontaktaufnahme leicht, denn sie selber wohnt im Wohnpark Kaiserswerth der Diakonie und kennt somit auch die Leiterin des Zentrum plus Kerstin Riediger. Diese hat dann Reinhard Krott gebeten, sich doch einmal bei Marianne Nordbeck zu melden, da sie vermutlich seine Cousine sei. Reinhard Krott hielt das erst für Humbug. „Aber ich bin ein offener Mensch, also habe ich angerufen“, sagt der 81-Jährige.

„Nein, das kann nicht sein. Ich kenne Sie nicht“, ist das erste, was er am Telefon sagt. Aber Marianne hat viel zu erzählen – Familiengeschichten, die nur Angehörige kennen können. Also verabreden Cousin und Cousine sich. „Am Anfang haben wir uns noch gesiezt, aber wir sind schnell warm miteinander geworden“, sagt Nordbeck.

Reinhard Krott hat in alten Aufnahmen gestöbert und sogar noch Fotos von seiner Kommunion entdeckt. Mittlerweile treffen sich die beiden regelmäßig. Wenn es Corona zulässt, bald auch nicht nur im Freien, sondern auch zum Essen im eigenen Zuhause. „Hier hat Corona die Menschen ausnahmsweise einmal nicht entzweit, sondern zusammengeführt“, sagt Kerstin Riediger. „Ohne den Beitrag zur Impfaktion hätten sich die beiden vermutlich nicht mehr gefunden, obwohl sie beide im selben Stadtteil leben.“