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Gedanken : Auferstehen: Gottes Name steht für dieses Versprechen

Gedanken : Auferstehen: Gottes Name steht für dieses Versprechen

Das Bild stammt von Peter Six (1992). Es hing in einem Café in Brügge. Ich habe es gekauft, weil es mich an Joh.12,24 erinnerte: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Links das dunkle Oval erinnert mich an eine Mumie, das Rechteck an Sarg und Erde. Rechts daneben das gleiche Oval, die gleichen Kreuze. Doch es wirkt wie ein Gesicht: die staunenden Augen, die Ohren und die Kreuze jetzt als Nase und Mund. Wie ein Luftballon, schwebend und leicht, der zum Himmel steigt. Das Weizenkorn, das ist die Erde,  fällt, um zu sterben – das ist Jesus. Karfreitag erzählt davon, wie weit die Liebe reicht. Jesus stirbt für uns. „Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird“. Er gibt sich hin für andere. Er bleibt ihnen treu. In Corona-Zeiten fallen mir viele Menschen auf, die sich für andere einsetzen. Sie nehmen Risiken auf sich, um anderen zu helfen. Aber ich denke auch an die Kinder und jungen Menschen, die viel weniger gefährdet sind, die aber für andere, die mehr gefährdet sind, die Beschränkungen mittragen. Vielleicht waren wir dem Geheimnis von Karfreitag lange nicht mehr so nahe wie in diesem Jahr.

Das Weizenkorn, das durch seinen Tod Frucht bringt für viele – dieser Satz erzählt von Ostern. Gott hat Jesus nicht im Grab gelassen, sondern er hat ihn auferweckt – uns allen zum Zeichen. Die Auferweckung Jesu von den Toten ist Gottes Zeichen, dass er auch uns nicht vergisst, wenn wir sterben. Auch wir werden auferstehen. Allein der Name Gottes steht für dieses Versprechen und diese Hoffnung. Ostern in Corona-Zeiten. Manch Gutes in meinem Leben habe ich übersehen, weil es mir zur Gewohnheit geworden ist. Wir sollen uns die Hände waschen. Ich gehe ins Bad und bekomme sauberes Wasser aus der Leitung. Andere müssen bis zur nächsten Wasserstelle laufen. Sie dürfen aber nicht raus wegen der Ausgangssperre. Ich sehne mich nach einer Zeit, in der wir die Leichtigkeit zurückgewinnen. Vielleicht Ostern 2021? Wenn wir singen und uns freuen – das wird sein wie ein kleines Gleichnis jener „großen“ Auferstehung dereinst, wenn wir mit unserem kleinen Leben zu Gott zurückkehren. Ich habe keine Ahnung, welche Gedanken Peter Six 1992 bewegt haben, dieses Bild zu malen. Ich habe mir die Freiheit genommen, es so zu sehen. Allen, die diese Zeilen lesen, wünsche ich, dass Gottes Geist in Eure Wohnung kommt. Dass er euch erleuchte und tröste. Und dass er Euch eine Sehnsucht ins Herz gebe, sodass ihr ganz deutlich spürt: Ich lebe!