Viele Besucher beim Bergischen Seniorentag in Radevormwald.

Bergischer Seniorentag in Radevormwald : Seniorentag macht Lust auf Leben

Der Bergische Seniorentag fokussierte sich auf die schönen Seiten des Alters. Es gab viel Unterhaltung und Information.

Besser hätte der Bergische Seniorentag auf dem Schlossmacherplatz nicht starten können. Bereits um 11 Uhr war der Platz in der Stadtmitte voll mit Menschen, die sich zu dem Tagesmotto „Das Gute im Alter“ versammelt hatten. Wolf-Rainer Winterhagen, der Vorsitzende des Radevormwalder Seniorenbeirates, war stolz auf den pünktlichen Andrang. „Wir haben die Entscheidung, uns auf die positiven Aspekte des Alterns zu konzentrieren, bewusst getroffen. Themen wie Krankheit und Altersarmut sind wichtig, aber die anderen, positiven Seiten sind genauso wichtig“, sagte er. Dass er mit dieser Entscheidung unzählige Senioren aus Radevormwald und aus den anderen Städten ansprach, zeigte die Resonanz am Samstag. Menschen, die zu der Generation der Senioren gezählt werden, sind fit, engagieren sich und leben in der Mitte der Gesellschaft.

Wie vielseitig das Altern ist, zeigte das Programm des Bergischen Seniorentages, das von Moderator Marco Lombardo geleitet wurde. Nachdem die Seniorenband „Rider Rock 60 plus“ aus Solingen mit Titeln von den Beatles und anderen Größen der Pop- und Rockmusik den Seniorentag eröffnet hatte, erwartete Marco Lombardo seinen ersten Gesprächsgast auf der Bühne des Schlossmacherplatzes.: Frank Müntefering. Der SPD-Politiker und ehemalige Bundesminister engagiert sich seit Jahren aktiv für Senioren und sprach über die Herausforderungen des Alters und über die Bedeutung von sozialem Engagement. Franz Müntefering ist unter anderem Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation (BAGSO), die sich für die Interessen älterer Bürger stark macht. Er selber ist 79 Jahre alt.

Franz Müntefering findet es wichtig, dass man dazu bereit ist, Hilfe anzunehmen und das besonders im Alter. „Hilfe zu brauchen ist ganz normal“, sagt er. Er forderte alle Menschen dazu auf, sich Problemen, wie dem eigenen häuslichen Umfeld, frühzeitig zu widmen. „Die eigene Wohnung und das eigene Haus müssen auf das Altern vorbereitet werden, aber auch der öffentliche Raum muss auf die Bedürfnisse von Senioren eingehen.“ Er forderte alle Kommunen auf, öffentlich nutzbare Toiletten mehr zu pflegen, Stolperfallen zu beseitigen sowie Informations- und Unterstützungsnetzwerke für Senioren zu stärken.

Wichtig ist ihm die Hospizarbeit. „Solche Angebote braucht jede Stadt.“ Radevormwald ist mit dem Ambulanten Ökumenischen Hospiz sowie dem Trägerverein aktiv55plus und einem eigenen Seniorenbeirat sehr gut aufgestellt. Den Unterschied machen im Alter soziale Kontakte und ehrenamtliches Engagement. „Bleiben sie mal stehen und unterhalten sich mit Menschen, lernen sie ihre Nachbarn kennen und bauen sie sich ein Netzwerk auf.“ Die Appelle und Antworten von Franz Müntefering zu den Herausforderungen des Alters quittierten die Besucher mit viel Applaus. Renate Krämer aus Solingen unterstützte seine Ansichten. „Soziale Kontakte sind essentiell und lassen sich nicht ersetzen“, sagte sie.

Nach Franz Müntefering kam auch Enno Scharwächter, der ehemalige Leiter der Wuppertaler Bühnen, auf den Schlossmacherplatz. Zum Thema „Kultur und Wissen“ öffnete er im Gespräch mit Marco Lombardo den Blick für kulturelle Angebote und Engagement für Senioren. Bestes Beispiel dazu war der Auftritt des Seniorentanztheaters Wuppertal. „Wir zeigen den Menschen heute Wege auf, wie ihr Leben bunter und aktiver werden kann“, erklärte Wolf-Rainer Winterhagen.

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