Arno Jansen aus Neuss folgt tauchend den Spuren Käpt´n Nemos

20.000 Meilen unter dem Meer: Käpt’n Arno taucht ab

„20.000 Meilen unter dem Meer“: Der Roman beschreibt die Unterwasserwelt, in die auch Arno und Andrea Jansen gerne abtauchen.

Es gab eine Zeit, da dachten Kinder wie Erwachsene beim Namen Nemo nicht zuerst an einen animierten Anemonenfisch aus dem Hause Pixar, sondern an einen mysteriösen, ja unheimlichen Kapitän. „20.000 Meilen unter dem Meer“ lautet der Titel des weltberühmten Abenteuer-Romans von Jules Verne. In der Entstehungszeit des Buchs im 19. Jahrhundert waren darin beschriebene Untersee-Boote zwar grundsätzlich schon bekannt. Die tieftauchende „Nautilus“ aber war für die Leser pure Science-Fiction. Die von dem französischen Autor beschriebenen Möglichkeiten der Technik boten reichlich Stoff, aus dem echte Träume sind – und sie weckten ein Interesse an der Unterwasserwelt, der auch der Neusser Arno Jansen erlegen ist. Er taucht – und nicht nur im Sandhofsee.

Lange vor ihm schon hatte sich die Filmindustrie des Verne-Themas bemächtigt. Unter anderem standen James Mason und Omar Sharif als Nemo vor der Kamera. Nun gehört Arno Jansen, Jurist im Brotberuf und SPD-Fraktionsvorsitzender in der Kommunalpolitik, zum Kreis der Wassersportbegeisterten, die sozusagen tauchend auf den Spuren ihres Roman-Vorbildes Nemo wandeln.

Gruß aus Anilao: Die Jansens feiern Silvester auf den Philippinen. Foto: Arno Jansen

20.000 Meilen Tiefe schafft der 44-Jährige aus verständlichen Gründen zwar nicht, doch mehr als 50 Meter sind durchaus drin. Auf hundert Tauchgänge kommt der Weckhovener im Jahr, maximal 90 Minuten bleibt er jeweils unter der Oberfläche. Immer an seiner Seite: Ehefrau Andrea. Getreu dem bekannten Motto: „Tauche niemals allein.“

Unterwasserwelt daheim: ein Hecht im Uedesheimer Sandhofsee. Foto: Arno Jansen

Andrea Jansen war es auch, die ihren Mann zum Tauchsport brachte. Er musste mehr oder weniger zu seinem Glück gezwungen werden. Im Kreta-Urlaub 2008 lag das Paar gemütlich am Pool, als eine Taucher-Gruppe zum Üben ins Becken stieg. Er kannte den Sport bereits durch seinen Vater, „und hatte eigentlich keine Lust, in zwei Metern Tiefe über den Fliesen zu kreisen“, erzählt Arno Jansen. Doch seine Frau habe ihn „von der Liege gezerrt“, fügt er lächelnd hinzu.

Das Bild eines vor der Malediven-Insel Filitheyo auf Grund liegenden Schiffswracks entführt in die faszinierende Unterewasserwelt, in der Jules Verne seinen Science-Fiction-Roman von Käpt´n Nemo spielen lässt. Foto: Arno Jansen

Und was soll man sagen: Nach der Erfahrung im gechlorten Nass war es um die Jansens geschehen. Sie stornierten kurzerhand ihre Buchung für einen Mietwagen, um die Insel zu erkunden, und machten stattdessen ihren ersten Tauchschein in Pool und Mittelmeer. Bereits im Jahr darauf wurde der erste richtige Tauch-Urlaub gebucht, es ging nach Ägypten.

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Mittlerweile waren beide schon in vielen großen Gewässern mit Flossen und Flaschen unterwegs, unter anderem im Atlantik und im Pazifik. Ihre Reisen führten sie nach Indonesien und auf die Malediven. Dabei nehmen sie stets fast ihre gesamte Ausrüstung aus Neuss mit – nur Blei und Pressluftflaschen nicht. Diese Teile der Ausrüstung besorgen sie sich vor Ort.

Den Jahreswechsel erleben Jansens auf Luzon, der größten Insel der Philippinen. Ihr Hobby nennen Insider nicht mehr Sporttauchen, sondern „technisches Tauchen“. Dazu braucht es ein ganz besonderes Equipment und spezielle  Kenntnisse, beispielsweise über den jeweils richtigen Sauerstoffgehalt in der Pressluft. Umsicht und Erfahrung sind von existenzieller Bedeutung. Arno Jansen erwähnt in diesem Zusammenhang die „Taucherkrankheit“ und den „Sauerstoffkrampf“. Fahrlässigkeit beim Tauchen kann tödlich enden.

Die passenden Nerven für Nemo-Trips scheint der Jurist, der bei einem kommunalen Verband arbeitet, jedenfalls zu haben. Auf die Frage, ob er bei Ausübung seines Hobbys schon mal in eine brenzlige Situation gekommen sei, antwortet er mit „eigentlich nicht“. Zwar seien sie schon mal von einem Schlauchboot im Roten Meer vergessen worden, fügt er dann hinzu. Aber das sei „nicht weiter dramatisch“ gewesen. Nach zwei Stunden habe man an Land das Fehlen der Deutschen bemerkt und sie abgeholt. Das klingt für weniger Hartgesottene schon sehr nach Abenteuer á la Jules Vernes.

Das gilt auch für die Wracks, die  Arno und Andrea Jansen auf ihren Reisen rund um den Globus schon tauchend erkundet haben. Darunter waren im Zweiten Weltkrieg versenkte Schiffe oder die als  Drogenschmuggler-Boot bekannt gewordene „Hilma Hooker“. Sie liegt vor Bonaire in den Kleinen Antillen. Außerdem fotografiert Arno Jansen mit Leidenschaft die Flora und Fauna unter Wasser. Dieses Hobby betreibt er seit 2010 und verfügt inzwischen über Profi-Technik.

Mit der schillernden Welt vor den Malediven oder anderen Gestaden dieser Liga kann der Sandhofsee im Neusser Süden nicht ganz mithalten. Doch auch dort taucht Arno Jansen regelmäßig ab. Schließlich ist es der Haussee seines Tauchsportvereins „Pulchra Amphora“. Wer also in der Nähe der Metro mal eine schwarze Gestalt aus dem Wasser auftauchen sieht: Es könnte Arno Jansen sein.

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