Rhein-Kreis Neuss: Am Logistik-Tag Wirtschaft erleben

Rhein-Kreis Neuss : Am Logistik-Tag Wirtschaft erleben

Die Neuss-Düsseldorfer Häfen sind das Logistik-Zentrum der Region, mehr als 750 000 Container wurden dort im vergangenen Jahr umgeschlagen. Wie das funktioniert, will der Hafen am Donnerstag zeigen. Dann ist der Tag der Logistik, bei dem sich Firmen aus der Region öffentlich präsentieren.

Logistik, das ist für die Neuss-Düsseldorfer Häfen vor allem Koordination und Organisation: Binnenschiffe müssen be- und entladen werden, die Anlegezeiten genau getaktet sein. Das gilt nicht nur für die Schiffe: auch der Lkw- und Bahnverkehr auf dem 500 Hektar großen Hafengelände bedarf einer intensiven Steuerung, denn: "Zeit ist Geld", sagt Rainer Schäfer, Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH). Soll heißen: Je besser die Logistik im Hafen funktioniert, desto wirtschaftlicher arbeiten die Container-Terminals, die im vergangenen Jahr die Rekordzahl von 750 000 Containern umschlagen konnte.

Das Containerterminal der Neuss-Düsseldorfer Häfen: Interessierte können am kommenden Donnerstag, dem bundesweiten "Tag der Logistik", in der Pegelbar an einer Vortragsveranstaltung teilnehmen, die der Hafen in Kooperation mit der Hochschule Neuss und dem Bundesverband Logistik anbietet. Foto: woitschützke

Der Hafen, der in Neuss und Düsseldorf 270 Mitarbeiter beschäftigt, wird sich am kommenden Donnerstag, am "Tag der Logistik", vorstellen. Geplant ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Hochschule Neuss und der Bundesvereinigung Logistik mit Vorträgen und einer Hafenrundfahrt. Thema wird das Wachstumspotential der Hinterlandlogistik sein.

Rainer Schäfer wird an diesem Tag über die Rolle der Binnenhäfen sprechen, deren Bedeutung — so seine Einschätzung — in den kommenden Jahren zunehmen wird. "Deutschland ist ein Exportland, und auch die Importe nehmen immer mehr zu", erläutert er. Die Waren kommen von Fernost oder Südamerika, wachsenden Schwellenländern, die ihre Güter zunehmend auf dem deutschen Markt anbieten.

"Im Umkehrschluss wächst dort die Nachfrage angesichts steigenden Wohlstands", sagt Schäfer, der davon ausgeht, dass die weltweite Containerzahl weiter zunimmt, und damit auch der Umsatz der Häfen. Auf den Meeren kreuzen schon heute Mega-Schiffe, die bis zu 18 000 Container laden. Umgeschlagen werden diese Frachter in Häfen wie Antwerpen oder Rotterdam, auf Binnenschiffe, die bis zu 700 Container aufnehmen. "Angesichts dieser Mengen brauchen wir die Binnenschifffahrt", betont Schäfer.

Denn diese Masse an Containern direkt auf Lkw umzuladen, sei logistisch unmöglich. "Die Binnenhäfen sind Transitstandorte", sagt Schäfer. In Neuss verlassen pro Woche rund 40 Züge das Terminal am Hafenbecken 5, hinzu kommen hunderte Lkw.

"Der Vorteil des Neusser Standorts ist, dass die Industrie vor Ort den Hafen als Umschlagplatz nutzt", meint Schäfer. Die Produktpalette dafür ist groß, sie reicht von der Rapssaat für die Ölmühlen bis zur Feinmechanik für die Autoindustrie. "Je stärker die Wirtschaft, umso stärker der Hafen", sagt Schäfer.

(NGZ/rl)
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