Neuss: CDU stärkt Neusser Süden

Neuss : CDU stärkt Neusser Süden

Die CDU will im Süden stärker mit einer Stimme sprechen. Die Vorsitzenden der Bezirksausschüsse haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart und wollen vor allem beim Thema Verkehr gemeinsame Positionen erarbeiten.

Der Süden von Neuss, er ist dörflich geprägt, von einzelnen Orten wie Grimlinghausen, Rosellerheide oder Uedesheim, jeder mit eigener Identität, die sich etwa in den jeweiligen Vereinsstrukturen zeigen.

Ganz anders sieht es im Norden von Neuss aus: Dort ist das Leben städtisch, der Raum eng besiedelt — und wegen der Nähe zur Innenstadt liegt die Nordstadt auch oft im politischen Fokus.

Diesen Augenmerk wieder mehr auf den Süden zu lenken, haben sich die CDU-Stadtverordneten Waltraud Beyen, Stefan Crefeld und Sven Schümann zum Ziel gesetzt. Beyen ist Vorsitzende des Bezirksausschusses Norf, Crefeld bekleidet dieses Amt in Uedesheim, und Schünemann steht dem Bezirksausschuss Rosellen vor. "Wir wollen, dass die Bezirksausschüsse des Neusser Südens künftig stärker mit einer Stimme sprechen", sagt Stefan Crefeld, der sich mit seinen zwei Parteikollegen insbesondere dem Thema Verkehr widmen will.

"Das ist in allen südlichen Orten ein großes Problem", sagt Waltraud Beyen, die darauf hofft, dass die neue Kooperation auch Signalwirkung hat in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung. "Wer sich zusammenschließt, dessen Stimme hat mehr Gewicht", fasst Sven Schünemann das Projekt zusammen.

Politische Zusammenschlüsse im Norden und Süden gibt es in der Neusser Union bereits: Es gibt die CDU-Nordstadtkonferenz, im Süden nennen die Christdemokraten ihr Bündnis "Koordinationskreis südliche Stadtteile". Auch bei diesen beiden Initiativen hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Nordstädter von ihrer räumlichen Nähe profitieren, sich schneller zusammenfinden, um gemeinsame Projekte anzugehen. Den Südstädtern — und dazu zählen nicht nur Politiker aus südlichen Zipfeln wie Rosellerheide, sondern auch die der Stadtteile Weckhoven und Erfttal — fällt das ungleich schwerer.

Mit dem Fokus auf ein bestimmtes Thema, den Verkehr, hoffen Beyen, Schünemann und Crefeld nun, ein gemeinsames Handlungsfeld gefunden zu haben. Denn viele Verkehrsprobleme treffen die Anwohner der südlichen Stadtteile gleichermaßen, etwa die schlechte Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr, die Verkehrsbelastung durch die naheliegenden Gewerbegebiete oder der fehlende Autobahnanschluss Delrath.

"Da müssen wir politisch an einem Strang ziehen, wenn wir Veränderungen wollen", meint Crefeld. Als ersten Schritt haben die drei Politiker ein Gespräch mit Planungsdezernent Christoph Hölters im Visier. "Und auch im Planungssausschuss wollen wir unsere Themen stärker einbringen", sagt Waltraud Beyen, die etwa plant, das Verkehrsgutachten für den Neusser Süden von der Verwaltung erneuern zu lassen.

(NGZ/rl)
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