Neuss: Lisa Hug ist eine Neusser Olympia-Hoffnung

Neuss : Lisa Hug ist eine Neusser Olympia-Hoffnung

Jakob Koch war schon sechs Jahre tot, da erst wurde der Kraftsportklub (KSK) Konkordia gegründet, der bis in die Gegenwart hinein den Ringersport in Neuss anbietet. Eine Beziehung, auch einzelner Gründer, zu Jakob Koch ist nicht belegt. "Jakob Koch war längst tot und er hatte seine Karriere ohne einen Verein als Berufsringer gestaltet", sagt KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg, "mit Konkordia hatte der Ringer-Weltmeister jedenfalls nichts zu tun." Bekannt ist, dass Jakob Koch den Ringersport als junger Mann beim Neußer Turnverein von 1848 erlernte, einem Verein, der später in der neuen und heute noch existierenden Turngemeinde Neuss von 1848 aufging.

Doch auch der KSK Konkordia schlug immer wieder den Bogen zu Jakob Koch. Bekanntestes Beispiel ist das Jakob-Koch-Turnier, dessen Gastgeber viele Jahre der KSK Konkordia war. So versuchte der Verein an den bekannten Neusser Ringer zu erinnern, zumal die Nachfahren seines Stammvereins schon längst keinen Ringersport mehr anbieten.

Das Ringen ist weiterhin beim KSK Konkordia zu Hause. Auch nach dem Rückzug in die Verbandsliga verspricht Präsident Kahlenberg mit Blick auf die 500 Mitglieder im Verein, "dass unsere hervorragende Jugendarbeit auch künftig Früchte tragen wird. Dabei denkt er an Titel und Medaillen. So besitzt die KSK-Athletin Lisa Hug noch gute Chancen, sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren. Es wäre das erste Mal, dass Konkordia Neuss bei Olympia vertreten sein würde. "Das ist noch ein weiter Weg", sagt Präsident Kahlenberg, "aber wer nicht kämpft, der hat schon verloren."

Doch der KSK Konkordia gehört auch zu den Vereinen, die eine Sozialrendite erwirtschaften. In Kooperation mit dem Bauverein bietet Konkordia in Stadtvierteln, in denen auf engem Raum viele Menschen leben, sein Projekt "Ringen & Raufen" an, damit sich junge Leute unter Anleitung austoben können. Diese Projekte sind so erfolgreich, dass der KSK Konkordia "Ringen & Raufen" auch in den normalen Sportbetrieb des Vereins übernommen hat. Zudem gehören Karate und Aerobic noch zum Angebot.

Den Rückzug in die vierte Liga will Hermann J. Kahlenberg nicht als "endgültig" ansehen. Er spricht lieber davon, dass die Bundesliga-Ära beim KSK Konkordia "vorerst" zu Ende ist. Er hofft, dass sich auf Dauer doch noch Frauen und Männer finden, die sich für den KSK Konkordia auch im Spitzensport engagieren: "Unser größtes Problem ist derzeit das Management."

(NGZ)
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