Moers: Vandalen wüten in Kleingärten

Pools, Lauben und Gärten zerstört : Unbekannte wüten in Moerser Kleingärten

Im Moerser Stadtteil Rheinkamp wurden in der Nacht auf Donnerstag auf teils abstruse Weise zahlreiche Gärten und Lauben beschädigt. Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Kleingartenanlagen das Ziel blinder Zerstörungswut waren.

Elvira Wettstein lacht – mit Galgenhumor. „Es ist unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll“, sagt sie, während sie mit ihren zwei Kindern vor ihrer Gartenlaube in der Moerser Kleingartenanlage Im Wiesengrund steht. Dort und im benachbarten Kleingartenverein Am Frankenfeld haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag in dutzenden Gärten gewütet, Pools und Pflanzen zerstört und Häuser auf teils abstruse Weise beschädigt.

So auch bei Elvira Wettstein. Erst zeigt sie einen gut 40 Zentimeter langen Schnitt an der Seite des großen Planschbeckens. Dann deutet sie auf das aufgebrochene Fenster ihrer Gartenlaube. „Die sind dort eingestiegen und haben überall Essig verschüttet. Auf alle Möbel und Matratzen“, berichtet sie. „Als wir am nächsten Morgen mit der Polizei reingegangen sind, konnten wir gar nicht atmen, mussten sofort wieder raus.“ Die Täter hätten Schränke ausgeräumt, bis auf eine Bohrmaschine aber nichts geklaut. „Zu allem Überfluss haben die eine volle Bierflasche mitten in den Raum gestellt“, sagt Wettstein. „Wer macht so etwas? Das ist total sinnlos. Wir sind schockiert.“

Dass es den Tätern nicht um Diebstahl ging, sieht man auch einen Garten weiter. „Bei unseren Nachbarn sind die auch eingestiegen und haben alle Wasserhähne aufgedreht. Am nächsten Tag stand das Wasser knöchelhoch in der ganzen Laube“, sagt Wettstein. Für das Pärchen, das sich dort erst vor kurzem neu einrichtete, ein immenser Schaden.

Auch im Nachbarverein Am Frankenfeld haben die Vandalen ihre Spuren hinterlassen. Drei Pools wurden zerschnitten, Blumen abgeknickt, junge Bäume ausgerissen. „Es ist eine Katastrophe“, sagt der Vorsitzende Johannes Walbrunn. Er berichtet, dass auf seiner Anlage schon vor einigen Wochen gewütet wurde. Damals seien ebenfalls Pools und Trampoline zerschnitten, Scheiben eingeworfen, Torbögen abgerissen und Bäume zerstört worden. „Blinde Zerstörungswut“, nennt Walbrunn das – wie offensichtlich auch dieses Mal seien die Täter wahllos durch die Gärten gezogen.

Durch dieses Fenster gelangten die Täter in Elvira Wettsteins Laube. Foto: Christos Pasvantis

Einen möglicherweise entscheidenden Hinweis könnte Jolante Hartwig geben, deren Garten ebenfalls betroffen war. „Vor zwei Monaten waren hier schon mal nachts Leute und haben den Rasenmäh-Roboter geklaut, den mein Sohn mir geschenkt hat“, sagt sie. Daraufhin sei sie so sauer gewesen, dass sie eine Kamera installierte. Diese filmte in der Nacht zu Donnerstag nun zwei Personen, die versuchten, in ihre Laube zu gelangen. Die Einbruchsspuren an Fenstern und Tür sind deutlich sichtbar – in die Laube geschafft haben sie es bei Hartwig aber nicht. Die Polizei wertet das Videomaterial derzeit aus. Hinweise auf die Täter gebe es ansonsten kaum.

Johannes Walbrunn fühlt sich hilflos: „Was soll man gegen solch eine kriminelle Energie machen? Wir können hier ja keine meterhohen Mauern bauen und Sicherheitsleute einstellen. Wir sind nicht Fort Knox.“ Viele Pächter seien entsetzt: „Eine Frau konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Bei ihr ist zwar kein hoher Sachschaden entstanden, aber ihre Blumen sind kaputt. Da steckte Herzblut drin, so etwas tut einfach weh.“

Die Polizei bittet um sachdienlinche Hinweise unter der Telefonnummer 02841 1710.

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