1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Kleingarten in Krefeld: Stadtverband Kleingärtner feiert Jubiläum

Jubiläum für Kleingärtner : Stadtverband kleingärtnert seit mehr als einem Jahrhundert

Der Stadtverband der Kleingärtner existiert seit über 100 Jahren. Für die Gärten gibt es heute Wartelisten. Vorsitzender Toni Föhles weiß, was Kaninchen in den Gärten machen und ob Gartenzwerge noch beliebt sind.

Seit mehr als einem Jahrhundert gibt es den Stadtverband der Kleingärtner in Krefeld. Diesen April feierte der Verein sein Jubiläum – allerdings wegen der Corona-Pandemie mit über einem Jahr Verspätung, zwei Mal hatte der Verband die Feier verschoben.

Mit etwa 500 Mitgliedern gründete sich der Verband im Dezember 1920. Heute gehören 7000 Gärtner von insgesamt 57 Vereinen zum Stadtverband. Die Fläche gehört der Stadt Krefeld, der Stadtverband verwaltet die Gärten aber. Was genau die Kleingärtner vor hundert Jahren auf den Flächen angebaut haben, kann der Verband heute nicht mehr sagen, die Gärten hätten aber eine wesentlich größere Rolle bei der Ernährung gespielt als heute, in Krisenzeiten hätten die Gartenpächter sich von den Gewächsen ernährt. „Ein Drittel jedes Gartens ist aber noch immer als Nutzfläche vorgesehen“, sagt Toni Föhles, Vorsitzender des Stadtverbands. Dort bauten die Gärtner etwa Knoblauch, Porree oder Möhren an.

Auf einem weiteren Drittel des Gartens kann sich der Pächter eine Laube oder Wege anlegen, das letzte Drittel dient der Erholung. „Die meisten haben einen Pool, eine Schaukel oder Bäume in ihrem Garten“, sagt Föhles. Gartenzwerge dagegen seien nicht mehr beliebt. „Ich wüsste keinen Garten, wo noch Zwerge stehen“, sagt der Kleingärtner. Als Dekoration brächten die Gärtner eher Windspiele an.

  • Die Polizei will jetzt klären, warum
    Gartenbesitzer angegriffen : Fremde im Garten überrascht
  • Aktion „Offene Gartenpforte“ : Mönchengladbacher Ehepaar zeigt sein kleines Paradies
  • Vor einigen Jahren hat Eugenie Govaarts
    Offene Gartenpforte : Privatleute zeigen ihre grünen Oasen

Der Vorsitzende des Stadtverbands selbst hat sich einen Teich angelegt. Fische und Singvögel dürfe man in den Gärten halten, andere Tierarten seien nicht erlaubt. „Es rennen aber Wildkaninchen durch die Gärten. Die springen sogar in die Hochbeete“, erzählt Föhles. Als der Stadtverband Nistkästen und Insektenhäuser geschenkt bekam, hätten viele Gärtner außerdem direkt zugegriffen.

Eine Rasenmähpflicht gebe es zwar nicht, aber wer sich nicht an die Gartenordnung hält, wird ausgeschlossen. „Das passiert nicht gerade selten“, sagt Föhles. Hauptursache für Konflikte zwischen Kleingärtnern sei Unkraut. „Wenn jemand seinen Garten verwahrlosen lässt, fliegen die Samen der Wildkräuter in den Garten des Nachbarn. Der ist dann natürlich hocherfreut“, sagt der Vorsitzende ironisch.

Die Pacht für einen Kleingarten in Krefeld beträgt zwischen 300 und 350 Euro pro Jahr, 24 Cent kostet der Quadratmeter. Außerdem muss ein Pächter acht Stunden Gemeinschaftsarbeit pro Jahr leisten. Für viele Krefelder scheint das ein guter Deal zu sein: Für die Kleingärten gibt es Wartelisten, bei einigen Vereinen stünden 40 Wartende auf der Liste. Als die Corona-Pandemie ausbrach, habe das Interesse an den Gärten zugenommen. „Der coronabedingte Trend hält aber an“, sagt Föhles. „Alles wird teurer. Die Menschen haben kein Geld, in den Urlaub zu fliegen, und entscheiden sich stattdessen dazu, Urlaub in ihrem Garten zu machen.“