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Mönchengladbach: Wirtschaft in der Stadt bei inklusiver Arbeit gut aufgestellt

Arbeitnehmer mit Handicap in Mönchengladbach : Wirtschaft bei inklusiver Arbeit gut aufgestellt

Acht vom Landschaftsverband anerkannte Unternehmen aus der Stadt bieten Menschen mit Handicap geeignete Jobs an. Damit ist Mönchengladbach im Vergleich zu den Nachbarregionen gut aufgestellt. Die Firmen sollen nun zusammengebracht werden.

Berufstätigkeit ist wichtig: Sie sichert den Lebensunterhalt, strukturiert den Tag, wirkt gegen Vereinsamung, schafft Zufriedenheit – im besten Fall zumindest. Menschen mit Handicap haben es oft schwerer, eine für sie geeignete Arbeitsstelle zu finden. Zwischen dem allgemeinen Arbeitsmarkt und der Arbeit in speziellen Werkstätten klafft eine Angebotslücke.

In Mönchengladbach gibt es mittlerweile acht vom Landschaftsverband anerkannte Unternehmen, die inklusive Arbeit anbieten und damit helfen, diese Lücke zu schließen. Sie sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Von ihren circa 460 Arbeitsplätzen ist die Hälfte für Menschen mit Handicap reserviert. Damit ist Mönchengladbach im Vergleich zu den Nachbarstädten gut aufgestellt. Grund genug für Sozialdezernentin Dörte Schall und Inklusionsbeauftragte Ingrid Icking, diese Unternehmen zusammenzubringen. Zentrale Themen: Welche Angebote und Erfahrungen gibt es? Was kann verbessert werden, um Menschen mit Behinderung und Firmen passgenau zusammenzubringen?

 Das Autismus-Therapie-Zentrum ATZ im Nordpark bietet Büro- und Hausmeistertätigkeiten. Die Diakonie Neue Arbeit in Hardt bietet einen Wäschereiservice und mit dem Wilhelm-Kliewer-Haus Arbeit in einen Beherbergungs- und Tagungsbetrieb. Die Firma Klaus Fischer GmbH/Gaadi in Wickrath fertigt Spezialschrauben und innovative Fahrradschläuche. Die Hephata handelt an verschiedenen Standorten mit Gebrauchtwaren, bietet Handwerkstätigkeiten und Fahrdienste an. Ihr Schwesterunternehmen Noah gGmbH reinigt Gebäude in Mönchengladbach und Neuss. Holz Finis in Odenkirchen beschäftigt Menschen mit Schreinerarbeiten. Die Kokon GmbH fertigt in Güdderath Verpackungen und bietet Industriedienstleistungen an. Die Vipur Franchise GmbH stellt in einer Manufaktur in Hermges Lebensmittel für die Purino Restaurants her. In Hermges, Rheydt und Brüggen Boerholz beschäftigt die Return Freizeit GmbH Menschen im Bereich Gebäudereinigung und Pflege von Außenanlagen.

Der Landschaftsverband unterstützt die Arbeitgeber: Firmen ab 20 Vollzeit-Arbeitsplätzen müssen fünf Prozent davon mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Wer diese Quote nicht erreicht, zahlt eine Ausgleichsabgabe. Diese speist einen Fördertopf, aus dem der Landschaftsverband Firmen unterstützt, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, die es sonst schwer haben, Arbeit zu finden. Ebenso werden technische Hilfsmittel daraus bezahlt.

Auch das Finanzamt kann unterstützen: Erkennt es ein Unternehmen als gemeinnützig an, darf dieses seiner Kundschaft einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz berechnen. Im Januar 2021 ist ein weiteres Treffen geplant. Dann sollen Akteure aus dem Bereich der Vermittlung hinzukommen.

(RP)