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Mönchengladbach: Landwirte diskutieren über das Thema Tierhaltung

Aktion „Schwein haben“ in Mönchengladbach : Landwirte diskutieren über das Thema Tierhaltung

Im vergangenen Jahr wurde das Projekt „Schwein haben“ ins Leben gerufen. Regelmäßig tauschen sich Landwirte, Tierärzte und Tierschutzbeauftragte über den Fleischkonsum aus.

Tierhaltung, Fleischproduktion und Vermarktung: das sind Schlagwörter des Projekts „Schwein haben“, das im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde und Denkanstöße zum eigenen Fleischkonsum geben möchte. Durchgeführt wird die Aktion vom Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg in Kooperation mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Diözese Aachen und den Katholikenräten der Regionen Heinsberg und Mönchengladbach. Im Mittelpunkt steht Frieda, ein „echtes“ Schwein, das im September auf dem „Stautenhof “ in Anrath geboren wurde.

Regelmäßig werden noch bis Januar 2023 Veranstaltungen und Exkursionen angeboten. Bei der vierten Veranstaltung ging es um das Thema „Tierhaltung/Tierwohl“ und letztlich um die Frage, was unter Tierwohl zu verstehen ist. Wer nicht live dabei sein konnte, nahm Online teil. Als Referenten waren Thomas Genfeld, Landwirt einer konventionellen Ferkelzucht in Nettetal, Christoph Leiders, Biolandwirt vom Stautenhof in Anrath, Theo Lenzen, Tierzucht- und Agrarberater der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen und Gerlinde von Dehn, Fachtierärztin für Tierschutz und Tierschutzbeauftrage im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen eingeladen. Jeder solle sich zum Thema „Schwein haben“ seine eigene Meinung bilden und letztendlich eine Entscheidung treffen, sagte zu Beginn Moderator Hans-Peter Katz, Vorsitzender des Katholikenrats der Region Mönchengladbach.

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Thomas Genfeld, Landwirt einer konventionellen Ferkelzucht in Nettetal, erklärte zum Einstieg in die Veranstaltung seinen Betrieb, die Haltung und Aufzucht von Schweinen. Der Familienbetrieb, so Genfeld, hält 400 Zuchtsauen. Bei der Größe seines Betriebes müsse ständig nach Absatzmöglichkeiten Ausschau gehalten werden. Bei einem Ankaufpreis von derzeit 1.20 Euro pro Kilo Schweinefleisch sei das Arbeitsleben hart durchorganisiert – sieben Tage die Woche und täglich 24 Stunden in Bereitschaft.

Natürlich müsse das Tierwohl verbessert werden, sagte der Tierzuchtberater Theo Lenzen und erklärte, dass auf dem Weg dorthin Handel und Verbraucher mitgenommen werden müssen. „Allerdings dürfen wir auf dem Weg dorthin die Landwirte nicht verlieren.“

Biolandwirt Christoph Leiders ergänzte, dass bei der Aufzucht der Tiere deren Würde wichtig ist. „Wir Bauern sind für die Tiere verantwortlich. Auf unserem Hof schlachten wir selber und das ist schon ein Unterschied zwischen Großschlachtereien wie Tönnies und uns Biobauern. Wir gehen doch ganz anders mit den Tieren um, die von der Geburt bis zur Schlachtung bei uns zuhause sind.“

Gerlinde von Dehn, Fachtierärztin und NRW-Landesbeauftragte für den Tierschutz, sagte, dass Tiere als Mitgeschöpfe gesehen werden müssen. Das Schlachten müsse unter Tierschutzbedingungen stattfinden, deshalb habe jeder Schlachtbetrieb Tierschutzbeauftragte. Zum Fleischkonsum sagte sie, dass es natürlich Menschen gibt, die wollen oder können es sich nicht leisten, Fleisch zu essen. Dazu ergänzte Biolandwirt Leiders, dass es allen möglich sein solle, Fleisch zu essen. Allerdings warnte er auch: „Wenn alle Menschen auf der Erde soviel Fleisch essen würden wie wir Deutsche, gäbe es ein Fiasko. Soviel Fleisch gibt es nicht.“

Moderator Hans-Peter Katz beendete die informative Veranstaltung mit dem Satz: „Lebensmittel stehen im Mittelpunkt unseres Lebens, dazu gehört das Tierwohl und wir Menschen haben eine Verantwortung uns bewusst zu entscheiden.“

Info Informationen auf www.projekt-schwein-haben.de, KAB Diözese Aachen unter Telefon 0241-400180 oder dem Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg, Telefon 02161-980633.