Aktion in Mönchengladbach Auf ökumenischem Kreuzweg für Gerechtigkeit

Mönchengladbach · „Miteinander verwoben“ ist das Motto des Kreuzwegs entlang sechs Stationen in der Gladbacher Innenstadt. Worum es den Gläubigen auf ihrem Weg durch die City geht.

 Der Start des Kreuzwegs war an der Friedenskirchen in Eicken.

Der Start des Kreuzwegs war an der Friedenskirchen in Eicken.

Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Es wirkt ein wenig surreal. Mitten über eine Kreuzung zieht ein Zug von rund 30 Menschen mit einem großen gelben Kreuz in Richtung Hauptbahnhof. „Dürfen wir hier auf der Straße laufen?“, fragt eine Teilnehmerin. Aber der Zug wird abgesichert. Auf dem Kreuz sind Schilder angebracht. „Ist uns das genug?“ oder „Gemeinsam für mehr Verbundenheit“ ist darauf zu lesen. Um den Zug herum hört man den Feierabendverkehr.

Es ist der fünfte ökumenische Kreuzweg der Gerechtigkeit, der sich von der evangelischen Friedenskirche an der Margarethenstraße aus auf den Weg durch die Stadt macht. Das Motto diesmal: „Miteinander verwoben.“ An sechs Stationen stellen das Friedensdorf Kinder in Not, Treff am Kapellchen (TaK), Volksverein Mönchengladbach, SKM-Katholischer Verein für soziale Dienste, GDG Rheydt-West, Sant‘Egidio, Katholische Frauengemeinschaft-Regionalverband (KfD) und das Arbeitslosenzentrum ihre Aktionen vor.

Der Kreuzweg möchte die Menschen ins Licht rücken, die sonst nur eine kleine Lobby haben, an denen man achtlos vorbei geht. Und er zeigt Wirkung. Immer wieder schauen Menschen vom Handy auf, hören zu oder bleiben kurz stehen und schauen, warum da gerade eine Gruppe Menschen mitten in der Einkaufsstraße steht und singt.

An der ersten Station am Bahnhofsvorplatz zeigt das Friedensdorf Kinder in der Not, wie alle Menschen auf der Welt miteinander verwoben sind, auch wenn es nicht immer wahrnehmbar ist. „Die Jeans ist weit gereist, bevor sie hier im Laden ist, der Kaffee kommt aus Kolumbien oder Äthiopien“, sagt eine Sprecherin. Weitere Sprecher stellen Melina aus dem Amazonasgebiet oder José aus Santiago de Chile vor. Beiden Kindern wurde durch Initiativen wie Runayay oder La Caleta geholfen, eine bessere Zukunft aufzubauen. Auch die Sprecher sind am Ende durch ein lilafarbenes Seil miteinander verwoben.

Wie wichtig und gleichzeitig fragil so ein Netz sein kann, zeigen der Volksverein, das TaK und der SKM Rheydt. Sechs Teilnehmer halten ein grünes Netz, es steht symbolisch für das soziale Netz. Einige von ihnen halten Schilder mit der Aufschrift Arbeit, Wohnen, Leben. Sie balancieren einen Ball. Ist alles stabil, rollt der Ball ohne Mühe über das Netz. Bricht aber zum Beispiel die Arbeit weg, wird das ganze Gefüge instabil.

An der dritten Station thematisiert die Gemeinschaft der Gemeinden Rheydt-West das Thema  mit einem Rap. Er erzählt davon, dass man im Grunde nie allein ist: „Aber immer ist der Faden da, den du in Händen hältst, und immer sollte ein Seil da sein, das dich hochzieht, wenn du fällst“, heißt es. Für den Refrain, gibt es eine eigene Choreographie, die alle begeistert mitmachen.

Der Endpunkt des ökumenischen Kreuzwegs der Gerechtigkeit ist das Arbeitslosenzentrum. Ursula Fröhlich ist schon in Richtung Station vier unterwegs: „Es ist wichtig, dass es Gemeinsamkeit gibt“, findet sie.

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