Mönchengladbach: Bert Lingen was Richter und Demonstrant

Serie Was eigentlich? : Der Richter als Demonstrant

Bert Lingen setzte sich immer schon für Dinge in seiner Heimat ein, die ihm auffallen. Außerdem nahm er an vielen Demos teil, zum Beispiel gegen die Atomkraftwerke an der belgischen Grenze.

Bert Lingen engagiert sich von jeher als Bürger, wenn etwas schief läuft. Und es gab etliche Fälle, die den Mann aufregten, der in Hehn lebt, aber auch darüber hinaus blickt. Beispiele: Verstöße der Stadt beim Naturschutz, sogar gegen ihre eigenen Vorschriften, verkommene städtische Mietshäuser an der Hehner Straße. Die schier unendliche Geschichte des „Geisterdorfs“ mit ehemaligen britischen Militärhäusern an der Lilienthalstraße, schlecht durchdachte Straßenplanungen und Busanbindungen nicht nur beim Borussia-Park oder Hindernisse für Schwerbehinderte. Und da war der jahrelange, am Ende verlorene Kampf um den Erhalt „seiner“ alten Schule. „Wir, eine Gruppe engagierter Bürger der Waldhausener Höhe, haben die Verwaltung ganz schön beschäftigt, wenn es um wichtige Probleme ging“, sagt Bert Lingen.

Er machte auch mit in vorderer Linie bei Demonstrationen: für den Erhalt von Arbeitsplätzen bei Schorch in Rheydt und der Konzernmutter Alstom in Paris, in Berlin, Brüssel, Frankfurt usw. Er war mittendrin bei Demos gegen den Vietnam- und den Irakkrieg. Und 2017 bei der grenzüberschreitenden, 90 Kilometer langen Menschenkette für die sofortige Abschaltung der zwei Atommeiler im belgischen Tihange. „Der Richter als Demonstrant“, titelten die Medien dann. Gestört haben ihn die Schlagzeilen nicht. Die Sache war es ihm wert.

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