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Mönchengladbach: Neues Programm der Initiative Kulturrucksack für 2021

Kulturprojekte für Kinder : Kulturrucksack trotz(t) in Mönchengladbach der Pandemie

Als Mitglied der landesweiten Initiative „Kulturrucksack“ bringt die Stadt Mönchengladbach ab dem Frühjahr 23 Projekte an den Start. Es geht dabei um die kulturelle Bildung von Jugendlichen.

Von musikalischen Experimenten und Maskenbau auf Abenteuerspielplätzen über Tanz, Theater und Graffiti sprayen, bis hin zum Lego-Film drehen oder in der Ohrenbibliothek Hörspiele aufnehmen: Das Jahr 2021 wird für kreative Jugendliche spannend. Der Kulturrucksack ist prall gefüllt.

Seit 2012 existiert das Landesprogramm und die Stadt Mönchengladbach gehörte damals zu den ersten Kommunen, die sich an dem Programm beteiligten. So ein gewachsenes Projekt kann auch die Corona-Pandemie nicht stoppen.

Die stellvertretende Leiterin des Kulturbüros Mönchengladbach, Birte Wehmeier, freut sich über die 23 Angebote. „Wir haben Projekte mit bewährten Partnern im Programm wie beispielsweise der Stadtbibliothek oder den Verein Free Flow, aber auch neue Partner aus der freien Szene, zum Beispiel die Kunst-, Theater- und Kulturinitiative Schrei auf e.V.“. Die Projekte verteilen sich von Bettrath bis Wickrath, von Rheindahlen bis Giesenkirchen über das gesamte Stadtgebiet. Die Beliebtheit bei Künstlern, Kooperationspartnern und Jugendlichen ist groß. In diesem Jahr wurden 33 Projektideen beim Kulturbüro eingereicht. Mit einer Spende der Sparkasse von 10.000 Euro konnte das Gesamtvolumen der Landesförderung aufgestockt und die 23 Angebote angenommen werden. Ziel war ein möglichst vielfältiges und dezentrales Programm, so Wehmeier.

Neben bewährten werden auch ganz neue Ideen realisiert. So bietet die Künstlerin Christiane Behr unter dem Titel „Wunderschöner Müll/ Waste but Beautiful“ einen Workshop im Museum Abteiberg an. Verpackungsmüll, so beschreibt Behr, wird als künstlerischer Werkstoff entdeckt. Aus ihm werden Skulpturen gebaut. Der Veranstaltungsort Museum Abteiberg ermöglicht es den Jugendlichen, sich Anregungen bei Künstlern wie Arman zu holen. Ein Nebeneffekt: Wichtige Themen wie Überproduktion, Ressourcenknappheit, Recycling und Nachhaltigkeit werden bewusst gemacht und diskutiert.

Laura Heyer von der Initiative „Schrei auf“ und der Autor Jens Winterberg bieten den Schreibworkshop „Wortkunst“ an. „Wir wollen die Teilnehmer durch verschiedene Formen des kreativen Schreibens spielerisch dazu bringen, sich durch Schreiben auszudrücken“, erzählt Winterberg. Ohne eine Bewertung durch Noten wie in der Schule, so der Autor, würden die Jugendlichen das Angebot zum Schreiben besonders gut annehmen. Um den Schreibfluss anzuregen, ist geplant, ins Freie zu gehen und die Szenen zu beschreiben, die die Jugendlichen gerade sehen und erleben. „Ein anderer Ort setzt den Schreibfluss in Gang“, weiß Winterberg aus eigener Erfahrung.

Corona ist trotz aller Zuversicht ein Thema. Im vergangenen Jahr, so resümiert Birte Wehmeier, haben fast alle Programme stattfinden können. „Die Partner waren sehr kreativ, sie verschoben die Termine, erstellten Videotutorials, dachten sich Mitnahme oder digitale Angebote aus.“ Auch in 2021 werden die Flexibilität der Partner und der Einsatz digitaler Möglichkeiten gefordert sein.

Der Kulturrucksack ist eine Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen zum Ausbau der kulturellen Bildung und richtet sich an Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren. Im Gegensatz zum Programm „Kultur und Schule“ sind im Kulturrucksack ausschließlich außerschulische und kostenlose kreative Angebote verankert, die von Fachleuten wie Künstlern, Autoren, Kulturpädagogen, Journalisten durchgeführt werden. Die Projekte laufen in unterschiedlicher Form über ein ganzes Kalenderjahr. Sie sind für die Teilnehmer kostenfrei. In den kommenden Wochen werden die Projekte auf der Internetseite des Kulturbüros vorgestellt: www.kulturbuero-mg.de