Mettmanner Kinder pflanzen Bäume für besseres Klima

Mettmann : Bäume pflanzen für besseres Klima

Rund 90 Kinder wollen „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ werden und nahmen an einer Fortbildung im Heresbach-Gymnasium teil.

Das Thema Klimawandel ist allgegenwärtig: Politik und Experten diskutieren über Klimaziele, die Elektromobilität soll ausgebaut werden, in Deutschland fordern die Grünen Kerosinsteuer und Verbot von Kurzstreckenflügen, und der Kohleausstieg wird vorbereitet. Seit Ende 2018 gehen Schüler in vielen Ländern freitags auf die Straße statt zur Schule, um für noch mehr Klimaschutz zu protestieren. Und sie pflanzen Bäume.

Das Problem ist nicht neu: Astrophysiker Harald Lesch mahnte jüngst in einer Talkshow, dass der Klimawandel bereits seit 1972 bekannt, aber bis vor kurzem nichts dagegen gemacht worden sei. Es gehe vor allem um die Zukunft der heutigen Kinder, wenn die Erde weiterhin gut bewohnbar bleiben solle. Deshalb ist auch die 2007 gegründete Bewegung „Plant-for-the-Planet“ fest in jugendlicher Hand.

Ein Schüler hatte ein Referat über die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai (Kenia) gehalten und die Idee gehabt, dass Kinder in aller Welt – so wie Maathai – Bäume pflanzen könnten. Heute machen bereits Kinder in 100 Ländern bei „Plants for the Planet“ mit und 2018 wurde auch in Mettmann ein Ortsclub gegründet. Nun fand am Konrad-Heresbach-Gymnasium die erste „Akademie“ statt, mit der Kinder zwischen neun und 13 Jahre zu „Botschaftern für Klimagerechtigkeit“ ausgebildet wurden. Über 90 Kinder hatten sich angemeldet und konnten sich nach dem eintägigen Intensiv-Seminar über offizielle Urkunden freuen. Ehemalige Teilnehmer, die inzwischen volljährig sind, leiteten als Moderatoren die Nachwuchs-Botschafter an. Zunächst ging es an die Theorie. Was ist die Klimakrise, was bedeutet Klimagerechtigkeit und wie können mehr Bäume helfen, die Erderwärmung zu verlangsamen? Dabei erfuhren die Kinder, dass der Klimawandel zu Wüstenbildung, Überschwemmung von Küstengebieten, Trinkwassermangel und Wetter-Extremen führen kann. Da der Treibhauseffekt durch Kohlendioxid verstärkt wird und Pflanzen Kohlendioxid binden, sei die Baumpflanzung eine sinnvolle Maßnahme. Dass die schon bestehende „Grüne Lunge“ des Planeten, der Tropische Regenwald, immer mehr abgeholzt wird, wurde allerdings nicht thematisiert.

Gegen Mittag ging es dann an die Praxis. Die Kinder und Moderatoren fuhren nach Hubbelrath, wo das Forstamt Flächen bereitgestellt hatte. Unter Anleitung der Förster pflanzten die Kinder 1500 Eichen und Hainbuchen. „Eine so große Zahl habe ich bei den Akademien nicht häufig gehabt“, staunte Moderatorin Judith Geilen. Nach einer Abschlusspräsentation vor den Augen der stolzen Eltern in der KHG-Aula erhielten die Kinder von Jana Reiter (13), der Jugendvorsitzenden von Plants-for-the-Planet Mettmann, ihre Botschafter-Urkunden.

„Der ganze Tag war supercool“, freute sich Wilma. Die Zehnjährige, die noch bis zum Sommer die Astrid-Lindgren-Grundschule besucht, war durch die Medien und ihren älteren Bruder auf die Klimakrise aufmerksam geworden. „Jetzt möchte ich Botschafterin sein“, sagt sie.

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