Thema: künstliche Intelligenzen. Der erste „Molltalk“ in Mettmann kam gleich gut an

Mettmann : Der erste „Molltalk“ kam gleich gut an

Im „Treffpunkt Gemeinde“ ging es zum Auftakt der Reihe um das Thema künstliche Intelligenzen.

„Moll Talk“ ist ein neues Format, bei dem Gäste aus dem Kreisdekanat Mettmann mit Kreisjugendseelsorger Max Moll ins Gespräch kommen. Diesmal war es im „Treffpunkt Gemeinde“ der katholischen Pfarrei St. Lambertus der Theologe und Experte für künstliche Intelligenz, Lukas Brandt, der sich in der Gesprächsrunde den Fragen stellte. Er ging zunächst auf besondere Aspekte des Zukunftsthemas künstliche Intelligenz ein.

Max Moll stellte die naheliegende Frage danach, was künstliche Intelligenz denn überhaupt sei. Brand unterschied zwischen klassischer Programmierung und der Entwicklung von neuronalen Netzen. Zu diesen Netzen zähle er auch die aktuelle Debatte zu künstlichen Intelligenzen. Die klassische Programmierung beruhe darauf, dass bei einem bestimmten Input mithilfe dieser Programmierung ein bestimmter Output erzeugt werde. Neuronale Netze hingegen versuchen Probleme zu lösen, wie es Menschen möglicherweise tun würden, ohne dass sie dabei, wie Brand hervorhob, jemals wirklich so wie Menschen handeln könnten.

Die Frage von Max Moll, wie denn der praktische Nutzen dieser doch recht theoretisch-abstrakten Betrachtungsweise aussehe, beantwortete Brand anhand von Beispielen. So könnte beispielsweise künstliche Intelligenz für die Früherkennung von Krebs genutzt werden. Die ganz konkrete Anwendung sei bereits bei Assistenzsystemen für Automobile eingesetzt worden.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion zwischen dem Publikum und Brand darüber ein, wie künstliche Intelligenzen sich in sogenannten Dillemasituationen verhalten – verbunden mit der Frage, wer letztlich für die Handlungen verantwortlich sei. Brand wollte bei der Verantwortungsfrage nicht ausweichen, gab aber zu, dass es Verantwortungslücken gebe. Ziel müsse es sein, dass sich künstliche Intelligenzen möglichst an dem aristotelischen Vorbild guten Handelns orientierten.

Die Besucher waren vom Thema und vom Veranstaltungsformat gleichermaßen angetan. „Ich finde, dass der Treffpunkt Gemeinde mit seinen überschaubaren, gemütlichen Räumlichkeiten das richtige Ambiente für solch eine Talk-Veranstaltung ist“, sagte Besucher Martin Müschenich. Monsignore Herbert Ullmann machte deutlich, dass er sich gut vorstellen könne, in Zukunft ähnliche Veranstaltungen in den Räumen direkt gegenüber von St. Lambertus durchzuführen.