Kirmes : Stadtfest – bei 35 Grad geht es rund

Die Fahrgeschäfte auf dem Marktplatz lockten bei großer Hitze ihr Publikum. In der Fußgängerzone flanierten Tausende vorbei an Trödelmarkt und Imbissständen. Am Montag endet das Fest mit einem Feuerwerk.

Über die Jahre hat sich das Opladener Stadtfest zu einer festen Institution entwickelt, die aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Zum 46. Mal beteiligten sich Opladener Einzelhändler erneut mit einem langen Samstag sowie einem verkaufsoffenen Sonntag. Trödler boten in der Fußgängerzone so einige Schnäppchen. Schausteller hatten ihre Fahrgeschäfte und Buden auf dem Marktplatz errichtet, damit sich Alt und Jung auf dem Rummel vergnügen konnten.

Als Stammgäste waren Auto-Scooter und Raupen erneut dabei. „Hollywood Star“ mit drehbaren Gondeln und Spiegelkabinett gehörten zu den eher seltenen Gästen. Zum ersten Mal war die Familie Jackmuth mit einem Bierpavillon vertreten. Viele Opladener kennen die Eheleute vom Opladener Weihnachtsmarkt. Heute, Montag, soll um 22.30 Uhr das Großfeuerwerk als Höhe- und Schlusspunkt auf dem Programm stehen.

„Was haben wir wieder für ein Glück mit dem Wetter“, sagte Bezirksvorsteher Rainer Schiefer. „Statt der angekündigten 38 haben wir nur 35 Grad“, fügte er hinzu, als er die Veranstaltung am Freitag offiziell eröffnete. Auf der Kirmes herrschte an diesem Tag – vermutlich wegen der Hitze – nicht der sonst so übliche Hochbetrieb. Plätze in den Eisdielen waren dagegen stark begehrt.

Besser sah es am Samstag aus. Um der Wärme zu entgehen, waren allerdings viele Leute zeitig gekommen. Zu ihnen gehörten auch Denise Meißner aus Steinbüchel, die mit ihrer 85-jährigen Oma und dem kleinen Ben unterwegs war. „Opladen war mal schön. Jetzt ist nur noch tote Hose“, behauptete die Seniorin. Davon bemerkte Frank Siepelt nichts. Im Gegenteil, denn der Briefträger hatte Mühe, den Fußgängern auszuweichen, während er mit seinem Fahrrad unterwegs war, um 1200 Postsendungen auszuliefern. „Normal bin ich in sechs Stunden fertig, doch heute brauche ich länger“, beschrieb er.

Noch dazu waren einige der grauen Verteilerkästen zugebaut, die als wichtige Zwischenlager für die Post dienen. Weil sie nichts davon wusste, hatte auch Christine Richerzhagen aus Quettingen einen Transport-Anhänger vor einen Kasten gestellt, den sie aber umgehend beiseite räumte.

Die 70-Jährige gehört zu den Menschen, die ausrangierte Haushaltsgegenstände schon seit 40 Jahren vertrödeln, als gerade die ersten Flohmärkte aufkamen. „Es ist zu schade, die Dinge einfach wegzuwerfen.“ Lieber verkaufe sie die Teile für wenig Geld oder verschenke einige Teile. „Leider gibt es in Leverkusen keine Trödelmärkte mehr“, sagte die einstige Vorsitzende des TuS 05 Quettingen.