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Positive Homeoffice-Bilanz bei Leverkusener Unternehmen

Leverkusener Unternehmen : Bilanz zum Homeoffice fällt positiv aus

Leverkusener Unternehmen sind zufrieden mit der Arbeit von zu Hause. Etliche wollen das Angebot noch ausbauen. Obschon: Ab und zu sei es schön, die Kollegen auch in der Realität wiederzusehen, sagt Stadt-Mitarbeiter Georg Eiteneuer.

Von zu Hause aus zu arbeiten, hört sich für manchen verlockend an. Kein Stau auf dem Weg zur Arbeit, keine überfüllten Bahnen, und man kann länger schlafen. Im Frühjahr 2020 wurden viele Arbeitnehmer wegen der Corona-Pandemie ins Homeoffice geschickt, die Erfahrungen in Leverkusen sind größtenteils positiv.

Für Georg Eiteneuer, Mitarbeiter der Stadt, ist die Arbeit aus den heimischen vier Wänden nichts Neues. Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, habe er schon seit 2015, sagt er. Hin und wieder nutzte er sie auch. Nach einigen Tagen komplett daheim hatte sich in seiner Abteilung ein Schichtsystem etabliert, inzwischen arbeitet er einen Tag in der Woche zu Hause. „Das war keine einfache Situation, wir mussten das neue Schuljahr mit vorbereiten. Aber über Videokonferenzen hat das ganz gut geklappt“, schildert er. Man müsse aus der Zeit das positive Fazit ziehen, dass es eine gleichwertige Alternative zur regulären Arbeit im Büro sei. „Nur noch Homeoffice möchte ich aber nicht machen, aber hin und wieder ist das ganz schön“, urteilt Eiteneuer. Die Stadt möchte das Angebot weiter ausbauen und die Möglichkeit auch weiterhin anbieten.

Bei Bayer sind so gut wie alle Mitarbeiter, die einer Bürotätigkeit nachgehen, Mitte März ins Homeoffice gewechselt, bundesweit waren das rund 12.000 Beschäftigte. Die Produktionsbetriebe und Forschungseinrichtungen waren davon nicht betroffen, allerdings wurden dort die hygienischen Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Inzwischen seien einige Mitarbeiter in die Büros zurückgekehrt, in erster Linie die, die zu Hause keine optimalen Bedingungen einrichten konnten. Eine Büroauslastung von mehr als 40 Prozent sei aber derzeit nicht zulässig. „Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv“, sagt ein Konzernsprecher. So habe man auch keine Anhaltspunkte für einen Rückgang der Produktivität festmachen können.

Auch bei Kunststoffhersteller Covestro wurden die Büro-Mitarbeiter, wo es möglich war, frühzeitig ins Homeoffice geschickt. Bei der Produktion fielen die persönlichen Schichtübergaben wegen der Hygienebestimmungen weg, sie wurden telefonisch oder per Videoschalte abgehalten, auch bei nebeneinanderliegenden Räumen. „Für alle, die ihren Job von dort aus machen können, lautet die Empfehlung weiterhin Homeoffice. Alles andere muss abgestimmt werden“, sagt Jochen Klüner, Leiter der Deutschland-Kommunikation. Besonders positiv empfindet er das Meistern der digitalen Herausforderung. Innerhalb einer Woche habe alles super funktioniert. „Normalerweise dauert so eine Entwicklungsphase Jahre. Mittelfristig hat uns das nach vorne gebracht und unsere Flexibilität erhöht“, betont er. Daher soll die Möglichkeit zum Homeoffice in Zukunft bei Covestro deutlich normaler werden.

Bei der Krankenasse Pronova BKK wurden bereits vor der Pandemie für einen Teil der Mitarbeiter mobile Arbeitsplätze eingeführt, so dass die Angestellten von überall aus arbeiten können, heißt es aus der Zentrale in Leverkusen. Momentan arbeitet über die Hälfte der rund 1500 Beschäftigten mobil. Das soll auch so bleiben, bis Ende September ist angedacht, dass überwiegend von daheim aus gearbeitet wird. Die Erfahrungen mit diesem System sind positiv. „Unsere Servicequalität ist gleichbleibend hoch“, teilt das Unternehmen mit. Die nicht an den standortgebundenen Mitarbeiter sollen in Zukunft weiterhin von überall arbeiten können.