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Leverkusen: Lanxess macht jetzt aus Flachs Kunststoff

Köln-Leverkusener Konzern setzt auf Kreislaufwirtschaft : Lanxess macht jetzt aus Flachs Kunststoff

Linear? War gestern. Heute heißt das Stichwort, mit dem Unternehmen in die Zukunft gehen wollen, Kreislaufwirtschaft. Auch der Köln-Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess.

Das Unternehmen mit weltweit größtem Produktionsstandort in Leverkusen setzt „bei der Kunststoff-Produktion verstärkt auf Rohstoffe, die biobasiert oder recycelt sind“, meldet Lanxess.  Beispiel: eine neue Variante des Verbundwerkstoffs Tepex. Sie basiere zu 100 Prozent auf den biologischen Rohstoffen Flachs und Polymilchsäure. Stefan Seidel, Leiter Forschung und Entwicklung Tepex, geht zart in die chemischen Details: „Wir haben Gewebe aus der Naturfaser Flachs mit biobasierter Polymilchsäure als Matrixkunststoff kombiniert und auf diese Weise einen Verbundwerkstoff entwickelt, der komplett aus natürlichen Ressourcen hergestellt wird. Wir können ihn inzwischen in großserientauglicher Qualität produzieren.“

Eingesetzt werden kann das sehr feste Material etwa bei Sportartikeln, bei der Fertigung von Automobil-Interieurteilen und in der Elektronik für Gehäusekomponenten. Der Kreislauf schließt sich, wenn das Produkt ausgedient hat. Statt als Müll auf einer Kippe oder in der Verbrennungsanlage zu landen, lasse sich Tepex vollständig rezyklieren. Sprich: Es kann geschreddert und zu neuem Kunststoff verarbeitet werden.

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Auch bei weiteren Kunststoffen stehen die Zeichen auf Kreislauf. Fast. Etwa die der Marke Durethan. Hier sind in der jüngsten Entwicklung „rund  92 Prozent der Rohstoffe durch nachhaltige Alternativen ersetzt; langfristig geplant ist, den Anteil auf 100 Prozent zu steigern“.

Die nachhaltige Herkunft der Rohstoffe sei nach der Massebilanz-Methode zertifiziert. „Dieses Verfahren stellt eingesetzte Rohstoff- und produzierte Produktmengen gegenüber und schafft eine buchhalterische Verbindung zwischen In- und Output, ähnlich wie beim Kauf von Ökostrom“, heißt es vom Konzern.

Die nachhaltigen Produkte  erfahren künftig ein neues Label:  „Scopeblue“ kennzeichnet Produkte, die „entweder zu mindestens 50 Prozent aus zirkulären (rezyklierten oder biobasierten) Rohstoffen bestehen, oder deren CO2-Bilanz um mindestens 50 Prozent geringer ist als die herkömmlicher Produkte“.

Bis 2040, hatte Konzern-Chef Matthias Zachert Ende 2019  angekündigt, soll Lanxess klimaneutral sein, also von derzeit rund drei Mio. Tonnen Treibhausgas-Emissionen runter auf Null. 2030 soll bereits 50 Prozent weniger ausgestoßen werden.